Sanktionen zeigen Wirkung

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Ist die Ukraine-Krise schuld an den Kartoffelpreisen?

Hunderte Menschen kam am Sonnabend auf den Acker in Beseritz, um sich mit Kartoffeln einzudecken.
Hunderte Menschen kam am Sonnabend auf den Acker in Beseritz, um sich mit Kartoffeln einzudecken.
Anett Seidel

Die Beseritzer Tüften bleiben meist in Mecklen­burger Töpfen. Die EU-Sanktionen gegen Russland treffen den heimischen Landwirt weniger. Doch die Preise musste auch er jetzt zur Ernte senken.

Für 99 Cent konnte man am Sonnabend im Discounter fünf Kilogramm Kartoffeln kaufen. Herkunftsland: Deutschland. Da hatte auch Christian Legde aus Beseritz keine andere Wahl, als seine Preise dem derzeitigen Tiefstand anzupassen. Für zehn Euro kann bei ihm ein Zentner selbst gesammelt werden. Zeigen die von Russland erlassenen Einfuhr­beschränkungen für Agrarprodukte aus Deutschland auch bei uns Wirkung?

Christian Legde winkt ab. Seine Kartoffeln vermarktet er direkt. Ins Ausland exportiert er nicht. Deshalb ist sein Hof auch nicht direkt betroffen.  Allerdings verfolgt der Beseritzer sehr wohl die Auswirkungen der Sanktionen auf die heimische Landwirtschaft. " Im vorigen Jahr haben wir noch 12,50 Euro für den Zentner Kartoffeln genommen“, berichtet Legde. In diesem Jahr sei das nicht mehr möglich.

Wenn Legde die derzeitige Entwicklung auch mit Sorge betrachtet: Auf sein 1,4 Hektar großes Kartoffelfeld waren am Sonnabend hunderte Sammler gekommen. Wer das Angebot zum Selbstsammeln nutzt, will keine Supermarktware. Da darf es gern auch bisschen mehr kosten. Landwirt Legde fühlt sich bestätigt: „Der Geschmack unserer Kartoffeln ist überzeugend.“ Ist das Feld nach dem ersten Termin noch nicht leer, kann am 4. Oktober noch einmal gesammelt werden.