Anwältin will sich weiter gegen Urteil wehren

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Kathrin Kolloch gibt sich nicht geschlagen

Kathrin Kolloch glaubt an ihre Unschuld und kämpft darum weiter.
Kathrin Kolloch glaubt an ihre Unschuld und kämpft darum weiter.
privat

Das Urteil gegen Kathrin Kolloch ist zwar rechtskräftig. Die Neubrandenburger Rechtsanwältin beteuert aber weiter ihre Unschuld. Sie bereitet nun eine Verfassungsbeschwerde vor. Geht das Ringen um den Vorwurf der Veruntreuung in eine neue Runde?

Sie will nicht aufgeben, weil sie davon überzeugt ist, nach deutschem Recht und bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben. „Ich werde den Rechtsweg ausschöpfen“, sagt Kathrin Kolloch einen Tag, nachdem das Urteil gegen sie rechtskräftig geworden ist. 2012 war Kathrin Kolloch in erster Instanz vom Amtsgericht wegen Veruntreuung verurteilt worden. Sowohl Kolloch als auch Staatsanwalt Andreas Lins gingen in Berufung. Kathrin Kolloch beharrte auf Freispruch, ihr Widerpart wollte ein höheres Strafmaß. Lins setzte sich durch. Das Schöffengericht folgte der Forderung des Staatsanwalts. 

Im Mai 2013 landete der Fall vor dem Landgericht Neubrandenburg, das sie wegen Veruntreuung in besonders schwerem Fall zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt für drei Jahre auf Bewährung, und einer Geldbuße in Höhe von 10 000 Euro verurteilte. Dagegen legte Kathrin Kolloch Revision ein, die nun aber abgelehnt wurde. Nach Überzeugung der Richter des Oberlandesgerichts in Rostock hatte die Rechtsanwältin, Buchautorin und einstige Kajak-Weltmeisterin das Ersparte einer von ihr betreuten Rentnerin in Höhe von 40 000 Euro veruntreut.

Kathrin Kolloch streitet das ab und behauptet, dass es ganz konkrete Manipulationsanzeichen in der Ermittlungsakte gibt, bei der mindestens 30 nicht unwesentliche Seiten fehlen. Auch ein Polizeibeamter, eine Richterin und ein Vorsitzender Richter kommen in der Darstellung von Kathrin Kolloch nicht gut weg.

Vorwürfe gegen das Gericht

Als nächsten Schritt reicht sie nun eine Anhörungsrüge beim Oberlandesgericht in Rostock ein und nachfolgend Verfassungsbeschwerde. Es wäre ein falsches Bild, wenn man über sie sagt, sie bestehle alte Leute. „Sowohl meine Mandantin als auch die Verteidigung sind nicht gewillt, eine Verurteilung zu akzeptieren, bei der die Ermittlungsführung mehr an eine Hexenjagd als an ein rechtsstaatliches Verfahren erinnert“, teilt Rechtsanwalt Thomas Klare mit, der
Kathrin Kolloch vertritt. Nach Auffassung von Klare habe sich das Oberlandesgericht Rostock nicht ausreichend mit der betreuungsrechtlichen Bewertung der Angelegenheit auseinandergesetzt. Gegen Kathrin Kolloch seien nur belastende Umstände gewürdigt worden, entlastende Umstände hingegen gar nicht erst ermittelt worden oder mit zum Teil abenteuerlichen Begründungen „vom Tisch gewischt“, meint Klare.