DENKMAL

Kaufhof-Aus ein Verlust in doppelter Hinsicht

Die Tage des Gebäudes in Neubrandenburg als Warenhaus sind gezählt, aber vielleicht erlebt es in neuer Funktion eine Wiedergeburt? Ein Supermarkt ist im Gespräch. Doch wie verträgt sich das mit dem Status als Denkmal?
Das 1960 eröffnete Kaufhof-Kaufhaus ist nicht nur ein Einkaufstempel, sondern auch ein Baudenkmal und „Denkmal des
Das 1960 eröffnete Kaufhof-Kaufhaus ist nicht nur ein Einkaufstempel, sondern auch ein Baudenkmal und „Denkmal des Monats“. Mirko Hertrich
Neubrandenburg ·

Bald ist es Geschichte – aber ein Denkmal ist das Gebäude schon länger. Nach 60 Jahren macht das Kaufhaus Galeria Kaufhof, vielen Neubrandenburger aus DDR-Zeiten als Centrum-Warenhaus in Erinnerung, zu. Zum 31. Oktober läuft der Mietvertrag für das denkmalgeschützte Gebäude aus, wohl zwei Wochen vorher erfolgt die Schließung. Die Neubrandenburger Kaufhof-Filiale ist eine von 40, die im Zuge der Insolvenz von Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) dicht gemacht werden.

Als Denkmal des Monats gewürdigt

Im aktuellen Stadtanzeiger ist das Gebäude in der Stargarder Straße 19 nun als Denkmal des Monats aufgeführt. Das dreigeschossige Warenhaus war in den Jahren 1957 bis 1960 nach Entwürfen von Dietrich Barthel und Hans Steidl (Innengestaltung) gebaut worden. Es kommt mit seinem lichten und zum Marktplatz hin geöffneten Erdgeschoss und dem hohen Walmdach ohne übersteigerte historische Gestaltung aus, nimmt jedoch Bezug auf die ursprüngliche Planung des Platzes mit weiteren Arkadengängen, heißt es in der Würdigung der Stadt als Denkmal des Monats. Zunächst befand sich im Erdgeschoss sogar ein Auto-Salon, der jedoch 1967, als das Haus zum Centrum-Warenhaus wurde, einer Lebensmittelhalle wich.

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Das Gebäude ist auch Teil der Wendegeschichte. 1990 wurde das Kaufhaus kurzzeitig von Karstadt betrieben, ging dann 1991 jedoch an die Kaufhof Warenhaus AG, die das Haus 1991 mit 5500 Quadratmeter Verkaufsfläche wiedereröffnete und in den Folgejahren fortwährend modernisierte.

Umbauchancen werden ausgelotet

Eine erste Karstadt-Filiale war in Neubrandenburg 1888 in der Nähe des Treptower Tores entstanden und 1928 in einen viergeschossigen Neubau auf der Ostseite des Marktplatzes umgezogen. Der Bau wurde beim verheerenden Stadtbrand 1945 stark beschädigt und bis in die 1960er Jahre hinein abgerissen. Die Unbeliebtheit des „Betonkastens“ wird wohl ein wesentlicher Grund für die Errichtung des neuen Warenhauses in direkter Nachbarschaft gewesen sein, heißt es im Stadtanzeiger.

Die aktuelle Entscheidung für die Schließung der Filiale in Neubrandenburg sei neben vielerlei Gründen auch aus denkmalpflegerischer Sicht ein Verlust, macht die Stadtverwaltung deutlich. Denkmale könnten langfristig am Besten durch eine Nutzung erhalten werden. Der Eigentümer hat schon durchklingen lassen, dass es Interessenten für eine Nachnutzung gibt, will mit der Stadt aber auch über Umbauten an den denkmalgeschützten Gebäude reden, in dem es beispielsweise keine Rolltreppen gibt.

Ein Discounter scheint möglich

Der Besitzer der Immobilie hatten sich aber bereits zuversichtlich gezeigt, in absehbarer Zeit einen neuen Nutzer präsentieren zu können. Es gebe ernsthaftes Interesse bei einem Lebensmittel-Discounter, aber auch andere Möglichkeiten der Vermietung würden geprüft.

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Kommentare (1)

genau, einen Netto-Discounter direkt am Marktplatz, da gehört sowas ja auch hin!
und aus dem Rest machen wir, wie in der Innenstadt ja schon mehrfach geschehen, Wohnungen.
Kein Wunder wenn die Umsätze in der Innenstadt sinken.