NEUBRANDENBURGER RATHAUS

Kaum Murks und etwas Marx bei der Sanierung

Die Sanierung des Neubrandenburger Rathauses liegt im Zeit- und Kostenplan. Ab 2022 sollen die Dienstleistungen wieder angeboten werden. Auch zur Freilegung eines DDR-Freskos gibt es Neuigkeiten.
Für 18,4 Millionen Euro wird das Neubrandenburger Rathaus bis Ende 2021 energetisch und barrierefrei saniert. Zu DDR-Zeit
Für 18,4 Millionen Euro wird das Neubrandenburger Rathaus bis Ende 2021 energetisch und barrierefrei saniert. Zu DDR-Zeiten residierten hier die SED-Bezirksleitung und der Rat des Bezirks Neubrandenburg. (Archivfoto) Mirko Hertrich
Noch aus DDR-Zeiten stammt ein Fresko, zu dem das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege jetzt eine Expertise erstellt.
Noch aus DDR-Zeiten stammt ein Fresko, zu dem das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege jetzt eine Expertise erstellt. NK Archiv
OB Silvio Witt (rechts) zusammen mit Projektleiter Torsten Eilrich im künftigen Büro des Oberbürgermeisters. Es
OB Silvio Witt (rechts) zusammen mit Projektleiter Torsten Eilrich im künftigen Büro des Oberbürgermeisters. Es wird im Zuge der Sanierung vom dritten in den sechsten Stock verlegt. Mirko Hertrich
Das 1969 eingeweihte Gebäude wurde bei den Sanierungsarbeiten komplett entkernt. Die Aufträge für die Bauarbeit
Das 1969 eingeweihte Gebäude wurde bei den Sanierungsarbeiten komplett entkernt. Die Aufträge für die Bauarbeiten gingen überwiegend in die Region. Mirko Hertrich
Oberbürgermeister Silvio Witt führte Medienvertreter am Dienstag durch die Baustelle und begutachtete dabei auch ein
Oberbürgermeister Silvio Witt führte Medienvertreter am Dienstag durch die Baustelle und begutachtete dabei auch eine Wand, auf der Sprüche zum vorläufigen Abschied aus dem Rathaus während der Sanierung stehen. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Statt auf den wenig repräsentativen Parkplatz am Rathaus geht der Blick vom Büro des Neubrandenburger Oberbürgermeisters künftig vom sechsten Stock auf den Boulevard. Dafür werden bei der energetischen Sanierung des Rathauses zwei Räume zusammengefasst, wie Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) am Dienstag bei einer Baustellenbegehung erläuterte.

Wer dann den Platz in dem neuen Büro einnimmt, ist vermutlich Sache des Wählers. Im ersten Quartal 2022 wird die Verwaltung in drei Etappen wieder zurück ins Rathaus ziehen, sagte Witt. Etwa zeitgleich steht die OB-Wahl an, bei der Witt für eine zweite Legislaturperiode antreten will. Abgeschlossen sein soll die rund 18,4 Millionen Euro teure energetische und barrierefreie Sanierung des 1969 eingeweihten ehemaligen Sitzes der SED-Bezirksleitung sowie des Rat des Bezirkes Ende 2021.

„Wir liegen im Zeit- sowie im Kostenplan“, sagt Janine Kriegler, städtische Abteilungsleiterin Wirtschaft, Stadtentwicklung und Wohnen. Mit knapp 16 Millionen Euro, davon 13,9 Millionen Euro an Bauleistungen, sind bereits vier Fünftel der Aufträge vergeben. Wie Torsten Eilrich, Projektleiter bei der zuständigen Kommunalen Entwicklungsgesellschaft (KEG), betonte, ist ein Großteil der Aufträge an Unternehmen in der Region gegangen. Auch er rechnet mit einer pünktlichen Fertigstellung, sofern nicht unerwartete umfangreiche zusätzliche Leistungen erforderlich werden.

Abbrucharbeiten bis auf Restleistungen fertig

Die Demontage der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen ist laut Stadt abgeschlossen. Die Bauarbeiter haben auch das Fassadengerüst bis auf die Einrüstung der Dachaufbauten aufgestellt. Die Abbrucharbeiten sowie die Schadstoffsanierung im Gebäude sind bis auf Restleistungen fertig. Das Gebäude sei vollständig entkernt worden, sagte Torsten Eilrich. Verbesserungen für die Mitarbeiter sollen unter anderem die über 800 neuen Fenster bringen, sowohl lärm- als auch klimatechnisch.

Nach den Worten des Oberbürgermeisters ist eine Rathaussanierung ein „herausforderndes Projekt, mit dem man aber keinen Publikumspreis gewinnt“, da es sich um ein Verwaltungsgebäude handele. Auch seien solche Projekte bei Stadtoberhäuptern nicht sonderlich beliebt, weil von der Planung bis zur Fertigstellung mit fünf Jahren genau eine Legislaturperiode vergehe.

Marx-Fresko soll begutachtet werden

Neuigkeiten gab es am Rande der Baustellenbesichtigung zum Thema DDR-Fresko von Wolfram Schubert im Rathausfoyer, das Karl Marx zeigt. Witt hatte im Herbst 2019 vorgeschlagen, einen Teil des 30-Quadratmeter-Bildes mit dem Titel „Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“ als Zeitdokument freilegen und begutachten zu lassen. Wie er dem Nordkurier jetzt sagte, wird das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern eine Expertise erstellen zur künstlerischen Einordnung des Werks – beispielsweise, wie viele ähnliche Fresken aus DDR-Zeiten im Land noch erhalten seien. Auf deren Basis sollten die Stadtvertreter dann entscheiden, ob und in welcher Form das derzeit verdeckte Fresko freigelegt wird. Nach den Worten des Oberbürgermeisters muss dies nicht zwingend während der Rathaussanierung erfolgen, sondern könne „mit einer mobilen Rüstung“ auch nach deren Abschluss gemacht werden.

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Kommentare (2)

Hoffentlich dann mit einem neuen OB.

Das fehlt noch, am besten ganz bunt. Vielleicht auch noch ein paar 1000 jährige Eichen, sollte der OB mal prüfen.