BAUSTELLEN IN NEUBRANDENBURG

Kaum zu glauben: Engels-Ring bald ohne Bauarbeiter

Seit vielen Jahren zählten Verkehrshindernisse auf dem Neubrandenburger Engels-Ring zu den täglichen Begleitern aller Autofahrer. In wenigen Wochen soll damit Schluss sein. Aber es kommt auf der meistbefahrenen Magistrale der Stadt bald wieder ganz dicke.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Neben der Fahrbahn wurde zwischen Pferdemarkt und Bahnhof auch der Radweg erneuert.
Neben der Fahrbahn wurde zwischen Pferdemarkt und Bahnhof auch der Radweg erneuert. Mirko Hertrich
Rund drei Kilometer ist der Engels-Ring lang. Bis zu 35.000 Menschen befahren ihn täglich.
Rund drei Kilometer ist der Engels-Ring lang. Bis zu 35.000 Menschen befahren ihn täglich.
Neubrandenburg.

Bagger heben noch aus, Rüttler machen den Untergrund stabil und Männer mit festen Handschuhen setzen Kantensteine als Begrenzung zwischen Fahrbahn und kombinierten Fuß- und Radweg. Kein Stillstand auf der aktuellen Baustelle des Neubrandenburger Friedrich-Engels-Rings zwischen Pferdemarkt und Bahnhof – noch nicht. Denn wie die Stadt Neubrandenburg am Mittwoch verbreitet hat und wie das zuständige Straßenbauamt in Neustrelitz dem Nordkurier bestätigte, soll an der Baustelle rechtzeitig vor dem großen Weihnachtsgeschäft ab dem 13. Dezember wieder freie Fahrt für alle herrschen. Die Zeit der schier unendlichen Bauerei auf der meistbefahrenen Straße Neubrandenburgs soll so in sechs Wochen beendet sein. Hörbares Aufatmen nicht nur bei „normalen“ Autofahrern, sondern vor allem bei den Chauffeuren der großen Stadtbusse, den Fahrern von Rettungswagen und den Feuerwehrleuten. Denn – gerade wenn es schnell „gehen“ sollte, machten die Baustellen dem Verkehr über Jahre mächtig zu schaffen.

Die Fertigstellung des vorerst letzten Abschnitts hängt um zwei oder drei Wochen hinter der Voraussage, die der Leiter des Straßenbauamtes, Jens Krage, Anfang September gegenüber dem Nordkurier wagte. Ende November, prophezeite der Neustrelitzer damals, sei alles fertig. Das war dann wohl doch zu optimistisch. Genau wie die Prognose beim Start der Straßensanierung an dieser Stelle im ersten Quartal 2018. Damals hofften die Verantwortlichen sogar, schon im Sommer 2019 alles übergeben zu können. Ein Irrtum, wie an anderen Teilbaustellen auf dem Engels-Ring auch.

Kosten im zweistelligen Millionenbereich

Fast keines der zahlreichen Teilstücke der umfangreichen Ringsanierung konnte wie geplant übergeben werden – die Bauarbeiter stießen zu oft auf viele Unwägbarkeiten und unbekannte Lasten aus der Vergangenheit. Die genaue Höhe der Kosten der kompletten Sanierung des gut drei Kilometer großen Rings hatte am Mittwoch im Straßenbauamt niemand so schnell parat. Aber sicher sei, so hieß es auf Nordkurier-Nachfrage, am Ende käme man auf einen höheren zweistelligen betrag.

Sicher aber ist: Künftig fährt es wieder sicherer über den Engels-Ring. Denn genau diese eigentlich überall mehrspurige Straße avancierte in der jüngsten Vergangenheit zum Unfallschwerpunkt Nummer eins in der Kreisstadt – auch und vor allem wegen der zahlreichen Baustellen. Auf der Nummer eins der „Crash-Hitliste“ lag im Jahr 2018 dabei der Abzweig vom Ring in den Güterbahnhof. Zu 19 gleichartigen Unfällen – unfreiwillige Berührungen beim Spurwechsel – musste die Polizei an dieser Stelle im vergangenen Jahr ausrücken. Der Plan der städtischen Unfallkommission, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten: Nach Abschluss der Bauarbeiten auf diesem Ring-Abschnitt soll die durchgehende Linie verlängert werden, die von zu schnellen Spurwechseln abhalten soll. Zudem wird hier sogenannte Riffelmarkierung aufgetragen, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Auf Platz zwei war die nur wenige Meter vom Güterbahnhof entfernte Abfahrt vom Ring auf den Bahnhofsvorplatz gelangt, 14 Unfälle mussten hier gezählt werden.

Der Friedrich-Engels-Ring in Neubrandenburg zählt zu den am höchsten frequentierten Straßen in Mecklenburg-Vorpommern. Bis zur Fertigstellung der Ortsumgehung wurden hier bis zu 35 000 Fahrzeuge in 24 Stunden gezählt. Im aktuellen Lärmaktionsplan der Stadt bildete daher der Ring wegen seines besonders hohe Lärmpegels einen der Schwerpunkte.

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