KRANKE KINDER

Kein Corona, aber Grippe – Rätsel um Kinder-Keime

Derzeit ist es weniger das Coronavirus, das dem Chefarzt der Neubrandenburger Kinderklinik Sorgen bereitet. Für schwere Krankheitsverläufe bei Kindern sorgen gerade ganz andere Erreger.
Kinderärzte in der Region beobachten gerade Erkrankungen, die für diese Jahreszeit ungewöhnlich sind. Teils mit
Kinderärzte in der Region beobachten gerade Erkrankungen, die für diese Jahreszeit ungewöhnlich sind. Teils mit schweren Verläufen. Nicolas Armer
Dr. Sven Armbrust fordert mehr Besonnenheit im Umgang mit dem Corona-Virus.
Dr. Sven Armbrust fordert mehr Besonnenheit im Umgang mit dem Corona-Virus. Udo Roll
Neubrandenburg.

Besonnenheit beim Coronavirus und dem Alltag an den Schulen, das hatte Dr. Sven Armbrust, Chef der Kinder- und Jugendmedizin am Neubrandenburger Klinikum, angemahnt. An anderer Stelle beobachtet der erfahrene Kinderarzt allerdings Erkrankungen bei seinen kleinen Patienten, die ihm durchaus Sorgen bereiten. Infektionen der Atemwege mit teils schweren Verläufen – allerdings nicht durch das Corona-Virus.

Lesen Sie auch: Neubrandenburger Chefarzt kritisiert Corona-Regeln in Schule und Kita

Mediziner rätseln: Winterviren mitten im Sommer

Starke Beschwerden hätten derzeit jene Kinder, die untypisch für diese Jahreszeit an Lungenentzündungen und Bronchitis leiden. „Da haben sich mitten im Sommer Winterviren eingenistet und verursachen zum Teil schwere Krankheitsverläufe“, berichtet Armbrust aus der täglichen Praxis – ohne dass die Experten aktuell schon wissen, warum diese eigentlichen Winterviren sich jetzt ausbreiten.

Lesen Sie auch: Können Kitas Kinder mit leichtem Husten und Halsweh abweisen?

Anders als beim Coronavirus seien die Kinder in diesen Fällen häufig sogenannte Superspreader, die die Krankheit schnell an andere Kinder und Erwachsene weitergeben könnten. Armbrust hatte im Gespräch mit dem Nordkurier gefordert, weitgehend zum normalen Schulalltag zurückzukehren – ohne jede Maskenpflicht.

Lesen Sie auch: Drei Lehrer am Gymnasium Gützkow in Quarantäne

Fraglich, ob ein Impfstoff kommt

Hoffnungen auf einen schnellen Impfstoff will der Neubrandenburger Chefarzt nicht schüren. Darauf angesprochen zuckt Armbrust mit den Schultern – und verweist darauf, dass ein Impfstoff nicht immer gelingt: So gebe es bis heute auch keinen Impfstoff gegen HIV oder Schnupfen. Der Arzt geht aktuell davon aus, dass die Corona-Krise ein Stück weit zur Normalität werden könnte – und dass einfach ein gewisses Grundrauschen bei den Neuinfektionen dazu zähle. „Das Leben ist ein Risiko – und jetzt ist ein neues dazu gekommen“, sagt Armbrust.

 

JETZT NEU: CORONA-UPDATE PER MAIL

Der tägliche Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage

Kommentare (7)

😆 Super, das Problem sind gerade Erkältungen durch andere Viren als Corona! Da warte ich jetzt schon auf die Rufe nach einer Maskenpflicht, Abstandsregelungen und Verboten jeglicher Art wegen dieser Viren. Wäre ja nicht zu ertragen, dass sich andere Kinder womöglich anstecken und die Viren so auch mit nach Hause nehmen könnten! 🤦🙄

Übrigens, den Mann finde ich total Klasse! Absolut nüchterne und unaufgeregte Beurteilung der Situation!

"Oh Gott, oh Gott" hu hu hu ... Und jeden Satz mit "!" 🤣😂🤣

Stand hier im übrigen gestern schon sinngemäß. Wäre mit Nachdenken zu schlussfolgern gewesen.
Artikel irgendwie überflüssig 🤔🤦🏼‍♂️

Ironie kennen Sie wohl nicht.

der KOMMENTARLEGSTHENIKER kämpft um die Deutungshoheit. Der Artikel passt nicht ins Weltbild, bietet leider kaum Angriffspunkte - also muss er weg.

In dem heutigen Artikel wird darüber informiert, dass aktuell andere Erkältungsviren, die üblicherweise im Winter anzutreffen sind, ein größeres Problem darstellen als Corona. Davon war in dem gestrigen Artikel nichts erwähnt. Insofern durchaus interessant und keineswegs überflüssig der Artikel.

Das will wahrscheinlich keiner hören, aber das Problem könnte von den durchfeuchteten und verkeimten Masken kommen. Da wurde vor Monaten schon vor gewarnt. Die Dauermaskenträger (insbesondere Verkäuferinnen) tun mir unendlich leid! Mal sehen, wie die Grippewelle dieses Jahr verläuft. "Zum Glück" können wir dann ja alles Corona in die Schuhe schieben. In der letzten Grippesaison gab es durch Zauberhand ja auch nur 411 Fälle.