Bei einer Demonstration am 2. August in Berlin demonstrierten zahlreichen Menschen gegen die Corona-Beschränkungen. Unser Reporter ist genervt von der Selbstdarstellung dieser Menschen.
Bei einer Demonstration am 2. August in Berlin demonstrierten zahlreichen Menschen gegen die Corona-Beschränkungen. Unser Reporter ist genervt von der Selbstdarstellung dieser Menschen. Annette Riedl
Kommentar

Keine Angst vor Corona zu haben, ist nicht mutig, sondern dumm

Nordkurier-Reporter Thomas Beigang kann es gut verstehen, wenn Menschen Angst vor dem Corona-Virus haben. Sehr kritisch sieht er jene, die sich mit ihrem Widerspruch brüsten.
Neubrandenburg

Lassen Sie uns über Angst reden. Nicht über die Angst, den Chef zu verärgern oder zu verschlafen oder vielleicht später Krampfadern erblicken zu müssen oder andere Unwichtigkeiten. Lassen Sie uns über die Angst reden, die seit Wochen und Monaten die Gesellschaft beherrscht. Die Angst, sich mit dieser üblen Krankheit Covid 19 zu infizieren und vielleicht sogar richtig an ihr zu leiden. Verflixt noch mal!

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Ich zähle mich dazu, und wenn mich jetzt jemand aus einer Ecke, aus der ich nie im Leben gelobt werden möchte, einen Angsthasen nennt, ist das gut und richtig so. Keine Angst vor Corona zu haben erfordert keinerlei Mut, sondern Dummheit.

Niemand hat in Sachen Seuchenschutz einen Erfahrungsschatz

Was mich aber stört, was mich richtig stört, sind die Selbstdarstellungen, unter denen diejenigen leiden, für die diese gegenwärtige Pandemie Pillepalle und ausgedacht und verschwörerisch zu sein hat. Diese „mutigen“ Frauen und Männer erheben für sich exklusiv den Anspruch, mehr nachzudenken als alle anderen, klüger zu sein als alle anderen und – vor allem – nicht zu der tumben Masse zu gehören, die alles widerspruchsfrei ausführt, was die Obrigkeit verlangt.

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Na klar werden im täglichen Kampf gegen die Ausbreitung dieser verflixten Seuche Fehler gemacht, na klar kommt so manches unlogisch daher, und na klar erscheinen Behörden nicht selten überfordert. Aber, Leute, eine solche Situation ist eine völlig neue, niemand verfügt, Gott sei Dank, in Sachen Seuchenschutz über einen Erfahrungsschatz.

Und lieber ziehe ich mir eine Maske über meine untere Gesichtshälfte, als vielleicht doch irgendwann auf der Intensivstation zu landen und dort mit Schläuchen in allen Körperöffnungen herumzuliegen.

Unsere Reporterin hat eine ganz andere Meinung zu dem Umgang mit dem Coronavirus. Den Kommentar dazu können Sie hier lesen.

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