Volle Innenstadt

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Können Falschparker in Neubrandenburg auf Weihnachtsamnestie hoffen?

In Stoßzeiten, besonders jetzt an Wochenenden, parken Autofahrer oft dort, wo gerade Platz ist. Die Politessen der Stadt wachen darüber mit Argusaugen.
In Stoßzeiten, besonders jetzt an Wochenenden, parken Autofahrer oft dort, wo gerade Platz ist. Die Politessen der Stadt wachen darüber mit Argusaugen.
Susanne Schulz

Viele verzweifelte Autofahrer parken derzeit dort, wo Platz ist. Können sie auf Nachsicht im Rathaus hoffen?

In der Innenstadt kreisende Autos mit fremden Kennzeichen und lange Warteschlangen vor den Eingängen der Tiefgaragen – die Innenstadt von Neubrandenburg erlebt gerade an den Wochenenden wieder vorweihnachtlichen Verkehrswahnsinn. Die Folge: Entnervte Autofahrer parken dort, wo Platz ist. Oft genug an Stellen, an denen aus verschiedenen Gründen Halte- oder gar Parkverbot herrscht. Sieht die Stadtverwaltung – weil die Zahl der Autos die Zahl der Parkplätze bei weitem übertrifft – darüber hinweg, um keinen vorweihnachtlichen Unfrieden zu stiften?

Auf keinen Fall, heißt es kategorisch aus dem Neubrandenburger Rathaus. Verkehrs- und Parksünder dürfen in der Kreisstadt nicht auf vorweihnachtliche Nachsicht hoffen. Einen „Weihnachtsfrieden“, während dessen keine Verwarn- oder Bußgeldbescheide versendet werden, schließt das städtische Ordnungsamt aus, teilte am Mittwoch eine Rathaus-Sprecherin auf Nachfrage mit. Die Straßenverkehrsordnung gelte schließlich auch jetzt, hieß es. Auch während der Adventszeit würden verstärkt Ordnungswidrigkeiten begangen. Die Außendienst-Streifen seien daher verstärkt im Einsatz. Insgesamt zwölf männliche und weibliche Politessen streifen durch die Neubrandenburger Stadtteile und wachen besonders in der City mit Argusaugen auf die Einhaltung der gültigen Regeln.

Neben Falschparken angesichts knapper Stellflächen gehört auch das Befahren von Fußgängerbereichen zu den häufigsten Delikten – wie besonders in der Treptower Straße gegenüber dem Markplatz-Center. Dort soll aber vielleicht bald Schluss sein mit illegal haltenden Autos. Auf Drängen der Neubrandenburger CDU hat die Stadtverwaltung Planungen angestrengt, den Zustand zu beenden. Denn die Treptower Straße sei trotz der Kennzeichnung als Fußgängerzone „offen wie ein Scheunentor“, so die Einschätzung der Planer. Und deshalb, so ein Vorschlag, müsse als erste und wichtigste Maßnahme der Querschnitt unbedingt eingeengt werden – von den gegenwärtig acht Metern auf nur noch die Hälfte. Zusätzlich schlagen die Planer die Aufstellung von Pollern vor, um hier das Abbiegen von der Dümperstraße auf die Treptower in Richtung Markt ganz und gar unmöglich zu machen. Das soll die ganze Angelegenheit noch „sicherer“ machen. Im Abstand von zwei Metern sollen hier drei 30 Zentimeter dicke Poller aufgestellt werden, die auf Bedarf versenkbar und mit Zeitschaltuhren verbunden sind.

Eine Amnestie für Falschparker kann sich die Stadt auch aus finanziellen Erwägungen gar nicht leisten. Schließlich sind die rund zwei Millionen Euro jährlich aus Buß- und Verwarngeldern bereits fest verplant.

Kommentare (2)

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Wann kontrolliert die Armada mal in den Wohngebieten? Da lässt sich nach 20 Uhr auch viel Geld verdienen, Parken entgegen der Fahrtrichtung, Parken in unübersichtlichen Kurven, Einmündungen, verstellen der Sicht an Kreuzungen durch LKW und Kleintransporter, Werbeanhänger ect. Die Feuerwehr kommt da nicht mehr durch an manchen Stellen und der Polizei interessiert der ruhende Verkehr nicht, es sei, jemand versucht den Staat zu betrügen. Die Wohngebiete sind nicht nur die Müllhalden bestimmter assozialer Bewohner der Neuwoba (Sperrmüll kommt raus wenns gerade passt und nicht einen Tag vor der Abfuhr), sondern auch Firmenparkplätze von DPD und Genossen. Da kann das unordentliche Ordnungsamt mal beweisen, was es zu leisten in der Lage ist...