Gegenüber vom Datze-Center soll sich ein Junge selbst vergiftet haben.
Gegenüber vom Datze-Center soll sich ein Junge selbst vergiftet haben. Tim Prahle
Datzeberg

Kind in Neubrandenburg vergiftet – Gerüchteküche brodelt

Erst kommt ein Kind mit Vergiftungen ins Klinikum, dann sucht die Polizei ein Gelände ab. Das heizt Spekulationen an. Doch beides hat nichts miteinander zu tun.
Neubrandenburg

Mit Vergiftungserscheinungen ist ein wohl erst zehn Jahre alter Junge vom Datzeberg in Neubrandenburg ins Klinikum gekommen. Dem Kind gehe es besser, „es kann in absehbarer Zeit entlassen werden”, wie das Klinikum auf Anfrage mitteilte. Die Vergiftung habe sich das Kind am Dienstag offenbar selbst zugeführt, heißt es weiter. Dies sind derzeit die einzigen belastbaren Informationen zu einem Geraune, das seit Tagen auf dem Datzeberg verbreitet wird.

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Demnach sei der Junge auf dem Spielplatz gegenüber dem Datze Center gefunden worden sein, er soll in seinem eigenen Erbrochenen gelegen haben. Die Vermutung: Er habe Bongwasser getrunken, also die dreckigen, giftigen Überreste, die bei der Wasserpfeife übrig bleiben. Ob es sich tatsächlich um eine Art Nikotinvergiftung gehandelt haben könnte, teilte das Klinikum nicht mit.

Krimineller mit Polizeihunden gesucht

Auf dem Datzeberg wurde die Vermutung, dass es sich doch um eine Straftat, einen fehlgeschlagenen Jungenstreich oder gar einen Racheakt handeln könnte, versehentlich durch die Polizei verstärkt. Denn diese war mit Spürhunden genau dort unterwegs, wo der Junge gefunden wurde.

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Ein Zufall, wie Polizeisprecherin Adina Ebert dem Nordkurier auf Anfrage sagte. Die Beamten hätten zu diesem Zeitpunkt einen Mann gesucht, gegen den ein Haftbefehl vorlag. Wegen mehrerer Delikte wie dem Erschleichen von Leistungen sollte dieser eine Ersatzfreiheitsstrafe antreten, war aber geflohen. Wegen des angrenzenden Wäldchens nahm die Polizei Hunde zur Hilfe – allerdings erfolglos, wie Adina Ebert sagte: Der Mann wurde nicht gefunden.

Der Fall des vergifteten Jungen ist der Polizei hingegen gar nicht bekannt. Eine Anzeige, etwa wegen fahrlässiger Körperverletzung durch eine unsachgemäß entsorgte Bong, liege ebenfalls nicht vor.

 

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