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„Klatzower Berg“ lockt wieder Gäste

Einmal komplett umgekrempelt hat Ulrich Jeromin das Innenleben der Gaststätte „Klatzower Berg“. Rustikal und ländlich kann man ab Sonnabend dort speisen.
Einmal komplett umgekrempelt hat Ulrich Jeromin das Innenleben der Gaststätte „Klatzower Berg“. Rustikal und ländlich kann man ab Sonnabend dort speisen.
Gesine Prägert

Als kleiner Junge saß Ulrich Jeromin selbst als Gast in der Raststätte an der ehemaligen B 96. Nun gehört das Lokal ihm, am Sonnabend ist die Eröffnung. Besucher, die hier früher schon einkehrten, werden viel Neues entdecken.

Im Jagdzimmer im „Klatzower Berg“ zu speisen, erfordert schon ein bisschen Mut. Doch für gestandene Jäger wird es wohl keinen besseren Ort zum Essen geben. Hirschgeweihe hängen an der Wand, daneben das Fell eines Wildschweins. An der gegenüberliegenden Seite ein präparierter Mäusebussard und ein Waschbär. „Für wen das nichts ist, der ist hier besser aufgehoben“, sagt Ulrich Jeromin und führt in den großen Saal der Raststätte an der Landesstraße 35. Dieser ist ländlich eingerichtet. Die Wände mit Ziegelsteinen und Holzbalken erinnern an ein Bauernhaus. „Wir setzen auf regionale Spezialitäten: Wild, Rind, Schwein, aber auch Fisch stehen auf der Speisekarte“, zählt Jeromin auf.

Als seine Mutter Sigrid vor fünf Monaten die Gaststätte und das dazugehörige Grundstück betrat, musste sie erst einmal durchatmen. Da wartete eine Menge Arbeit.  Der Innenraum sollte komplett renoviert werden. Doch ihr Sohn nahm die Aufgabe auf sich. Sein Vorgänger hatte im März 2013 wegen mangelnden Umsatzes dicht gemacht. Mit viel Mut packten Jeromin und seine Familie an. Im Mai unterschrieb er den Vertrag, im Juni gingen die Arbeiten los. Teppiche wurden rausgerissen, Wände neu vertäfelt. Vier Monate später sind auch die Feinheiten abgeschlossen. Am Samstag um 16 Uhr eröffnet Ulrich Jeromin die Raststätte mit einem kleinen Hoffest und Schwein am Spieß, zu dem alle eingeladen sind.

Neben dem Hauptsaal kann in einem kleineren Gebäude im Hinterhof in gemütlichem Ambiente an der Bar ein Gläschen zu sich genommen werden. Und wer es dann nicht mehr nach Hause schafft, findet in einem der sechs Doppelzimmer in der darüber liegenden Pension ein Bett.

Jeromin ist erstmals sein eigener Chef. Vorher arbeitete der gelernte Koch in Hotels und Restaurants auf der Insel Usedom. Ulrich Jeromin ist ein Kind der Region, wurde in Golchen geboren. Man spürt seine Aufregung, auch wenn er sie nach außen kaum zeigt. Sein Telefon klingelt. Ein kurzes Gespräch, dann antwortet der 33-Jährige in den Hörer: „Ja, ja, die Anspannung steigt.“ Kein Wunder, denn wie sein Angebot angenommen wird, weiß er selbst noch nicht. „Ich hoffe natürlich, dass wir den Geschmack der Gäste mit der neuen Einrichtung und der Speisekarte treffen.“ Regelmäßige Nachfragen gab es während der Bauzeit schon. „Mehrere Besucher wollten hier schon einkehren. Die musste ich leider auf Anfang Oktober vertrösten.“