Sanierung Kirche Klempenow

Klempenows Kirche bald wieder mit festem Stand

Der Kirchenkreisrat empfahl, das Gotteshaus von 1690 aufzugeben. Zu teuer sei eine Sanierung. Doch Kirchgemeinde, Förderverein und viele andere waren nicht der Meinung.
Mittlerweile ist der Innenraum der Kirche ausgeräumt. Der Altar wurde gesichert. Das haben Arbeiter der Firma „TSP
Mittlerweile ist der Innenraum der Kirche ausgeräumt. Der Altar wurde gesichert. Das haben Arbeiter der Firma „TSP Spezialbau“ übernommen. Links zu sehen Inhaber Lothar Drummer. ZVG
Außenansicht der Klempenower Kirche
Außenansicht der Klempenower Kirche Danilo Vitense
Klempenow

Die Sorge um die Zukunft der kleinen Kirche auf der Burg Klempenow ist gewichen. Was folgt, ist die Zuversicht und Freude darüber, dass es endlich losgehen kann. Denn finanziell steht das Vorhaben der Kirchengemeinde Hohenmocker-Daberkow, das kulturhistorisch wertvolle, aber fragile Gebäude zurück ins Lot zu bringen, inzwischen auf soliden Beinen. Dank einer Welle der Unterstützung und gebilligter Förderbescheide.

Größter Anteil kommt vom Bund

Den größten Teil der veranschlagten etwa 415 000 Euro Notsicherungs- und Sanierungskosten steuert nun der Bund bei – 205 000 Euro per Sonderförderung. Weitere 155 000 Euro fließen aus dem Strategiefonds des Landes in Richtung Klempenow. Und beim Rest der Summe sorgen private Stiftungen, Spenden, der Kirchenkreis, die Kirchengemeinde und der Förderverein der Klempenower Kirche für die nötige Deckung. Die Mühe der vergangenen Monate habe sich also gelohnt. „Es steht alles“, sagt Pastor Christian Bauer hoffnungsfroh. Lediglich von einer Stiftung ist noch ein Ortstermin ausstehend. Aber das ist aus seiner Sicht eine reine Formalität. Er geht fest davon aus, dass bereits im Januar, Februar die Ausschreibungen starten können. „Sodass wir im nächsten Frühjahr die Kirche wieder gerade rücken. Mal schauen, was bei der Ausschreibung zurückkommt“, so Bauer. Nach dem Baustart ist seine Hoffnung, dann in vier Monaten durch zu sein.

Innenraum mittlerweile komplett ausgeräumt

Die Barockkirche in Klempenow ist in jedem Fall schon mal hergerichtet für die kommenden Arbeiten. Von außen nicht sichtbar ist der Innenraum mittlerweile komplett ausgeräumt. Lediglich der Altar aus dem 18. Jahrhundert befindet sich noch an Ort und Stelle. Aus gutem Grund, wie es heißt. „Er bleibt stehen, weil wir uns einen Abtransport nicht zugetraut haben. Zu heikel“, erklärt Pastor Bauer. Aber er sei gut gesichert. Das haben Arbeiter der Firma „TSP Spezialbau“ übernommen. Deren Inhaber Lothar Drummer, bei der Absicherung des Altars mit anwesend, hat in den vergangenen 30 Jahren schon an zahlreichen Kirchen Deutschlands komplizierte Sanierungen erfolgreich durchgeführt. Demnach ein Fachmann auf diesem Gebiet. Bereits im Juni war ein Kooperationspartner Drummers mit der Notsicherung der Klempenower Kirche betraut. Folglich schmückt dort seit einigen Monaten eine Konstruktion aus massiven Holzbalken, die auf Betonfundamenten basiert, den Nordwestgiebel. Um diesen zu stützen (der Nordkurier berichtete). Und damit kein weiterer Schaden entsteht, etwa nach einem Sturm. „Wir wollen ja nicht die ganze Sache kurz vorher noch in Gefahr bringen“, sagt der Pastor.

Haus wird im nächsten Schritt angehoben

Bauers Aussage zufolge soll das Fundament in einem nächsten Schritt nun stabilisiert und das Haus angehoben werden. Dabei wird die Kirche mit Hilfe von Hydraulik-Technik aus der Schräglage befreit, mit zusätzlichen Trägern verstärkt und massiv unterfüttert. Der entstehende Spalt werde mit Natursteinen zugemauert. Eine relativ charmante Idee, wie er meint. 50 Pfähle im Abstand von einem Meter, bis zu zwölf Meter tief im Boden verankert, bilden schließlich den Unterbau des kleinen Gotteshauses. „Jeweils zwei Pfähle werden durch einen Stahlträger miteinander verbunden“, so Brauer. Dadurch entstehe eine Art Brücke und alles sitze dann auf einem vernünftigen Fundament. Die Kapelle steht nämlich auf einer sogenannten Torflinse. Diese wiederum sei durch klimatische Schwankungen in Bewegung. Mit dem Ergebnis, dass sich die Kirche seit Jahren deutlich sichtbar in Richtung Landesstraße neigt. Betreten darf man sie deshalb schon seit Dezember 2017 nicht mehr.

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