2600 FAMILIEN IN REGION WERDEN BEFRAGT

Klinik und Hochschule legen das "Ohr" an die Mutterbrust

Stillen ist gut fürs Kind, das weiß jeder. Warum trotzdem viele Mütter schon nach wenigen Wochen auf Flaschennahrung umsteigen? Klinikum und Hochschule wollen es herausfinden.
Anke Brauns Anke Brauns
Was Besseres als Muttermilch kann einem Baby gar nicht passieren. Trotzdem stillen viele Mütter nur wenige Wochen.
Was Besseres als Muttermilch kann einem Baby gar nicht passieren. Trotzdem stillen viele Mütter nur wenige Wochen. Katja Beetz
Neubrandenburg.

Viel Zeit hat Steffi Smolengo nicht, ihr Blick geht immer wieder zur Uhr. Ihr kleiner Sohn wird bald Hunger haben. Die Kinderkrankenschwester ist stillende Mutter.

Da ist das Thema, das sie im Rahmen ihres Masterstudiengangs Pflegewissenschaft/Pflegemanagement gemeinsam mit Katja Kühn in Angriff genommen hat, wirklich passend. In einer Studie wollen beide gemeinsam mit der Neubrandenburger Hochschule und dem Bonhoeffer-Klinikum herausfinden, warum sich Mütter für oder gegen das Stillen entscheiden und wie lange sie stillen. Deshalb haben jetzt Familien von 2600 Kindern, die 2011 und 2012 in Neubrandenburg und Waren das Licht der Welt erblickten, Post bekommen.

Die Idee für das Projekt ist in der Klinik geboren. Oft hören Ärzte und Schwestern von Müttern, dass sie mit dem Stillen schon nach wenigen Wochen aufgehört haben. Verlässliche Erhebungen gibt es für die Region aber nicht. Dabei ist Stillen ist gut fürs Kind. Preiswert und jederzeit verfügbar ist die Milch aus der Brust auch. Warum entscheiden sich trotzdem viele Mütter schon früh für Flaschennahrung? Vermutungen gibt es viele, aber jetzt wollen es Hochschule und Klinikum genau wissen und daraus Lösungen ableiten, wie man Mütter zum längeren Stillen motivieren, sie besser beraten und unterstützen kann.

Anonymität wird bei der Befragung garantiert

Dabei sind diejenigen, die das Stillen früh aufgeben, nur eine Seite. „Wer schon mit der Grundeinstellung kommt: Ich will nicht stillen – den kriegen wir auch nicht mehr“, ist sich Dr. Sven Armbrust, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, bewusst. Deshalb sei es auch interessant, in der Studie zu beleuchten, „wie sich die Frauen vorher mit dem Thema befasst haben“. Auf Anonymität können sich die Familien verlassen, wenn sie die Fragebögen ausfüllen. Mit den persönlichen Daten kommen die „Auswerter“ nicht in Berührung.

 

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