Beim ersten Begehungstermin nahm der Klosterbergbeirat das vorhandene Wegenetz genauer unter die Lupe. Einige Pfade sind als s
Beim ersten Begehungstermin nahm der Klosterbergbeirat das vorhandene Wegenetz genauer unter die Lupe. Einige Pfade sind als solche gar nicht mehr erkennbar und sollen künftig ausgebessert werden.
Solche bepflanzbaren Steinkörbe in Form von Sitzbänken sollen im Klosterumriss integriert werden.
Solche bepflanzbaren Steinkörbe in Form von Sitzbänken sollen im Klosterumriss integriert werden. ZVG
Projektideen

Kloster-Umriss soll zum Treptower Stadtjubiläum fertig sein

Fast 13 Jahre ist es her, dass Archäologen am Klosterberg Überreste des ersten Frauenklosters auf dem pommerschen Festland entdeckten.
Altentreptow

Momentan erinnert nur eine Tafel des Treptower Heimatvereins auf der Anhöhe hinter der Mehrzweckhalle an das hier gegen Ende des 12. Jahrhunderts gegründete Benediktinerinnenkloster – ein zentraler Punkt der christlichen Geschichte Altentreptows, wie es der für die Ausgrabungen verantwortliche Professor Felix Biermann von der Universität Greifswald damals formulierte.

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Die Stadt hatte auf seine Anregung hin in den vergangenen Jahren bereits mehrfach vergeblich versucht, diesen historisch bedeutsamen Ort wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Damit sich Besucher einen Eindruck von den Ausmaßen der einstigen Anlage machen können, sollten die Umrisse mit Gabionen rekonstruiert werden, so die Idee. Doch die dafür beantragten Fördermittel wurden nie bewilligt, woraufhin das Vorhaben für lange Zeit in der Schublade verschwand.

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„Wir müssen nur langsam mal loslegen!“

In diesem Jahr soll das Kloster aber nun endlich sichtbar gemacht werden, ohne auf eine zusätzliche Finanzspritze zu setzen. Im Haushaltsplanentwurf für 2022 stehen 20 000 Euro für das Projekt zur Verfügung. „Das geht aber auch deutlich günstiger“, meinte Steinmetz Mirko Renger (Wählergemeinschaft/SPD), der sich am Donnerstagnachmittag mit den anderen Mitgliedern des Klosterbergbeirats und der Verwaltung zu einem Vor-Ort-Termin getroffen hatte.

Er präsentierte einen ersten Entwurf, der von ihm anhand des Ausgrabungsplans gezeichnet wurde. „Es gibt auch Gabionen mit Sitzflächen, die sich dazu noch bepflanzen lassen. Dann wäre alles gleich viel einladender gestaltet. Mit den Fundamentplatten liegen die Gesamtkosten für das Material über den Daumen gepeilt bei 3000 Euro“, rechnete Renger vor. Allerdings müsste die Umsetzung dann weitestgehend in Eigenleistung erfolgen. Denkbar wären auch mehrere Arbeitseinsätze, an denen sich die Altentreptower beteiligen können. „Wir müssen nur langsam mal loslegen, sonst tut sich hier wieder nichts!“, appellierte Renger. Denn eigentlich ist angedacht, dass der Kloster-Umriss bis zur 777-Jahrfeier Ende Juni steht. Ob sich dieser ambitionierte Zeitplan tatsächlich einhalten lässt, bleibt abzuwarten.

Bilderrahmen für den Großen Stein ist fertig

Auf jeden Fall soll das restliche Geld aus dem Produktkonto dann stattdessen für die Instandsetzung und Beschilderung der Wege eingesetzt werden. Hierfür hat die Stadt zwar auch 10 000 Euro im Haushalt eingeplant, das wird nach Ansicht des Klosterbergbeirats aber vermutlich nicht ausreichen.

„Ideal wäre es, wenn alle Wege wie um den Großen Stein herum mit einer befestigten Schotterschicht angelegt werden. Allerdings müssten die dann auch regelmäßig gepflegt werden, gerade im Herbst“, betonte der Vorsitzende Theo Hadrath (CDU) mit Blick auf die anderen Pfade des Areals, die von einer dicken Schicht verwittertem Laub bedeckt sind.

Bürger künftig mehr einbeziehen

Auch hier sollten die Bürger künftig mehr mit einbezogen werden. „Ansonsten müssten wir langfristig darüber nachdenken, einen eigenen Gärtner für den Klosterberg anzustellen“, betonte Bürgermeisterin Claudia Ellgoth.

Zumindest ein ziemlich zugewachsenes Plätzchen auf dem Klosterberg haben die Mitarbeiter des Stadtbauhofs schon vor einigen Tagen wieder freigelegt: Die sogenannte „Liebesinsel“, die schon so manchem Verliebten als Rückzugsort für den ersten Kuss diente. „Auch diese Ecke sollte unbedingt etwas schöner gestaltet werden, damit die Liebesinsel auch als solche zu erkennen ist“, meinte Gabriele Schuring (Die Linke).

Alternativ können Paare in Zukunft ihre Liebe aber auch vor dem Großen Stein besiegeln, zumindest in Form eines ausgefallenen Erinnerungsfotos. Denn der angekündigte Bilderrahmen ist bereits fertig. „Wir suchen nur noch nach einem geeigneten Standort dafür“, verriet die Rathauschefin.

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