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Kochen gegen die Krankheit

Etwa 15 000 Menschen leiden in Mecklenburg-Vorpommern am unheilbaren Morbus Bechterew. Ehrenamtlich Engagierte machen mit einer Landestour auf die Krankheit aufmerksam und werben für die Selbsthilfegruppen.

13 an Morbus Bechterew erkrankte Frauen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kochten gemeinsam mit Ingo Bachmann und Till Backhaus (von links) ein gesundes Essen - und das ausschließlich mit Zutaten aus der hiesigen Region.
Andreas Segeth 13 an Morbus Bechterew erkrankte Frauen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kochten gemeinsam mit Ingo Bachmann und Till Backhaus (von links) ein gesundes Essen - und das ausschließlich mit Zutaten aus der hiesigen Region.

Leiden Sie auch an Rückenschmerzen? Wachen Sie nachts manchmal deshalb auf und können nicht mehr einschlafen? Verschafft Ihnen auch erst etwas Bewegung wieder Linderung? Vielleicht leiden Sie ja auch an Morbus Bechterew, einer unheilbaren Entzündung, die langfristig sogar zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen kann. Nach Schätzungen sind etwa 15 000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern daran erkrankt, bundesweit sollen es 800 000 sein. Viele wissen nichts davon, die Krankheit ist immer noch weitgehend unbekannt.

Bei der Neubrandenburgerin Sibylle Reimann fing es 1981 anders an. Von einer Nacht zur anderen war ihr rechtes Sprunggelenk dick. Sie war damals 25 Jahre alt, lange wurde sie als Arthrose-Patientin behandelt. Erst 1992 konnten ein Arzt in Rostock zweifelsfrei feststellen, dass sie unter Morbus Bechterew leidet. Weder die Ursache noch ein Heilmittel sind bis jetzt gefunden. Viel Bewegung und gesunde Ernährung können Linderung verschaffen. Sybille Reimann, bis vor drei Jahren als Krankenschwester tätig, ist mit 56 Jahren verrentet. Aber sie hat ihren Lebensmut nicht verloren. Das liegt zum großen Teil sicher auch an der Neubrandenburger Selbsthilfegruppe, in der sie sich seit 2005 engagiert.

Seit Anfang des Jahres ist der Landesverband auf Tour durch ganz Mecklenburg-Vorpommern, um die Krankheit bekannter zu machen. Und die jüngste Aktion war zugleich eine sehr schmackhafte: Gemeinsam mit drei Prominenten - Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD), Kabarettist Silvio Witt und Stadtgründer Herbord von Raven in Person von Manfred Tepper - wurde im Neubrandenburger Zentrum für Lebensmitteltechnologie (ZLT) eine gesunde Mahlzeit gekocht. Auf dem Speiseplan standen die heimische Maräne, Steinbutt, ein Rote-Bete-Püree, gebackener Hokkaido-Kürbis und eine Balsamico-Reduktion in Leinöl.