IMMER MEHR AUFLAGEN

Köllner Rockscheune droht die Schließung

Immer wieder müssen Auflagen der Behörden erfüllt werden. Aber irgendwann sei finanziell „das Ende der Fahnenstange” erreicht, so die Betreiber.
Nordkurier Nordkurier
Siegmund Freese (links) und Mirko Abe stehen mit ihrer Rockscheune vor dem Aus.  
Siegmund Freese (links) und Mirko Abe stehen mit ihrer Rockscheune vor dem Aus. Siegmund Menzel
Jeweils mehr als 20 Bands treten beim MV Metal Meeting in der Rockscheune Kölln auf.
Jeweils mehr als 20 Bands treten beim MV Metal Meeting in der Rockscheune Kölln auf. Siegmund Menzel
Beim MV Metal Meeting kommt immer gute Stimmung auf. Ist das nun bald Geschichte?
Beim MV Metal Meeting kommt immer gute Stimmung auf. Ist das nun bald Geschichte?
Kölln.

Die Neubrandenburger Band B 96 hat kürzlich die diesjährige Musiksaison in der Köllner Rockscheune beendet. Insgesamt standen 2018 zehn Veranstaltungen auf dem Programm, darunter das zweitägige MV Metal Meeting mit mehr als 20 Bands aus dem In- und Ausland. Die Betreiber Siegmund Freese und Mirko Abe können mit der Resonanz zufrieden sein, es hat aber eigenen Angaben zufolge „jede Menge Ärger mit besorgten Bürgern und Behörden“ gegeben. Beide Männer haben „die Nase voll“, sie sprechen von „Schikane“. Wenn eine Auflage erfüllt wurde, komme die nächste. Da gehe es zum Beispiel um Brandschutz, Müllentsorgung und Lärmschutz. Man habe das Gefühl, es wird „darauf hingearbeitet, dass wir aufgeben“. Man bekomme immer wieder „Knüppel zwischen die Beine“. Das nehme die Lust an der Sache. Dabei mache die Arbeit sehr viel Spaß.

Ob es im nächsten Jahr weiter gehe „steht in den Sternen“, die Schließung drohe, erklärte Scheunenbesitzer Siegmund Freese. Auf jeden Fall soll aber das 4. MV Metal Meeting stattfinden, das der Neubrandenburger Verein „Kultur durch Musik“ veranstaltet, „wir stellen nur die Scheune zur Verfügung“. Ansonsten seien keine Vereinbarungen unter Dach und Fach.

Dabei haben die beiden Männer schon sehr viel Geld in die Scheune gesteckt. Sie ist seit 2010 Schritt für Schritt saniert worden, verfügt heute über Bühne, Tanzfläche, Bar und Sitzecke. Gäste loben die Organisation der Veranstaltungen sowie den liebevoll dekorierten Partyraum. Freese und Abe müssen aber immer wieder auf Auflagen reagieren. So entstand hinter dem Eingangstor ein Raum, der den Schall nach außen dämmt. Ebenso erhielt der Giebel in Dorfrichtung eine Schallisolierung. Zudem wurde ein zusätzlicher Fluchtweg geschaffen.

Eingreifen der Politik eingefordert

Für weitere große Investitionen stehe ganz einfach kein Geld zur Verfügung, einen Kredit könne und wolle man nicht aufnehmen, irgendwann sei finanziell „das Ende der Fahnenstange“ erreicht, betonte Siegmund Freese, der in Kölln aufwuchs. Die Scheune sei 1954 von seinem Opa gebaut worden. „Als wir 2010 dort meinen 50. Geburtstag feierten, entstand die Idee, aus dem Bauwerk eine Stätte für Veranstaltungen zu machen.“ Die erste große Party stieg Pfingsten 2011. Drei Jahre später ging es dann richtig los mit 10 bis 15 Events im Jahr. Die Rockscheune hat sich deutschlandweit in der Musikszene einen Namen gemacht.

Bis zum Frühjahr 2018 habe es nie Probleme, Beschwerden oder gar Ausschreitungen gegeben, jetzt Auflagen am laufenden Band, sagte Freese. Seiner Ansicht nach muss sich die Politik einschalten. In der Region gebe es ein mageres Kulturangebot, nun sei auch noch das Fortbestehen der Rockscheune gefährdet.

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