ARCHÄOLGISCHE SENSATION

Kommt das „Blutige Gold“ nach Altentreptow?

Vor mehr als 3000 Jahren tobte bei Weltzin ein blutiger Kampf. Die Fundstücke werden erstmals nahe des damaligen Schlachtfelds gezeigt. Nicht nah genug, findet Altentreptows Bürgermeister.
Der beschädigte Schädel eines Mannes wurde auf dem Schlachtfeld im Tollensetal gesichert.
Der beschädigte Schädel eines Mannes wurde auf dem Schlachtfeld im Tollensetal gesichert. Jens Büttner
Bei den Grabungen im Tollensetal stießen die Archäologen neben Knochen auf zahlreiche Goldfunde.
Bei den Grabungen im Tollensetal stießen die Archäologen neben Knochen auf zahlreiche Goldfunde. NK-Archiv
2009 begannen systematische Erforschung des Schlachtfelds im Tollensetal bei Weltzin. Bereits in den 1980ern hatte es Einzelfu
2009 begannen systematische Erforschung des Schlachtfelds im Tollensetal bei Weltzin. Bereits in den 1980ern hatte es Einzelfunde wie Knochen und Pfeilspitzen gegeben. Oliver Wunder
Altentreptows Bürgermeister Volker Bartl würde die Fundstücke gerne in der Stadt an der Tollense sehen.
Altentreptows Bürgermeister Volker Bartl würde die Fundstücke gerne in der Stadt an der Tollense sehen. Oliver Wunder
Altentreptow.

Der Schatz des Tollensetals kehrt zurück. Die Entdeckung eines gut 3200 Jahre alten Schlachtfeldes zwischen Weltzin und Kessin war eine archäologische Sensation. Mit der Sonderausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit“ des Archäologischen Landesmuseums im Neubrandenburger Regionalmuseum können ab dem 18. März erstmals die Fundstücke nahe ihres Ausgrabungsortes bewundert werden. Allerdings noch nicht nah genug, findet Altentreptows Bürgermeister Volker Bartl (parteilos).

„Es ist toll, dass die Ausstellung da ist“, sagt Bartl. Bisher waren die Funde aus den archäologischen Grabungen in Berlin und Groß Raden bei Sternberg zu sehen. Insofern sei es gut, dass einige Exponate – Gold, Knochenfunde, Pfeilspitzen und mehr – nun wieder in die Nähe ihres Herkunftsortes kommen und die Ausstellung läuft. „Aber es ist schade, dass es etwas an Altentreptow vorbeiläuft.“

Bartl: „Ich bin schon etwas enttäuscht”

Schließlich sei die Stadt an der Tollense am dichtesten am Ausgrabungsort dran. Es wäre daher schön, wenn der Veranstalter die Ausstellung „breiter in der Umgebung streuen“, also vielleicht auch in Altentreptow ein paar der Fundstücke zeigen würde. „Ich bin schon etwas enttäuscht, dass dahin gehend bisher nichts vom Veranstalter gekommen ist.“ Er will das Thema noch ansprechen, sagt der Bürgermeister.

Platz für ein solches Vorhaben gebe es. Im Fritz-Reuter-Haus etwa wäre eine Möglichkeit für eine kurze Ausstellung gegeben, so Bartl. Oder im zweiten Obergeschoss der alten Schule über der Bibliothek, welches in diesem Jahr ausgebaut werden soll.

Die Vorbereitungen für diese Arbeiten schreiten gut voran, sagt der Bürgermeister. Momentan laufen noch die Auswertungen der Ausschreibungen. „Wir schreiten bald zur Tat.“ So alles nach Plan läuft, könnte das Projekt zum Ende diesen Jahres abgeschlossen sein. Danach soll es in diesem Stockwerk mehrere Räume für Vereine geben – und es wäre theoretisch genug Platz für eine längere Ausstellung vorhanden.

Altentreptow als Außenstelle des neuen Rostocker archäologischen Museums?

Besser wäre immer noch eine Außenstelle des neuen archäologischen Museums, welches in Rostock entstehen soll. Diese Idee ist für Altentreptow noch nicht vom Tisch, man will deswegen noch mal an das Land herantreten, sagt Bartl. Ein idealer Platz für eine solche Außenstelle und die Fundstücke wäre direkt am Klosterberg. „Es passt gut mit der Historie zusammen, mit der Burgruine und dem Großen Stein.“ Vor allem, wenn letzterer angehoben sei.

Doch zuerst macht das „Blutige Gold“ bis zum 1. Juni in Neubrandenburg Halt. Der Leiter des Neubrandenburger Regionalmuseums, Dr. Rolf Voß, sagte im Gespräch mit dem Nordkurier: „So eine hochkarätige Ausstellung hatten wir noch nie“. Er zeigte sich erfreut darüber, „dass die Ausstellung in der Nähe der Tollense gezeigt werden kann“. Auch seitens des Archäologischen Landesmuseums bestehe das Interesse, die Exponate möglichst nahe an die Region heranzubringen.

Die Ausstellungseröffnung beginnt am 18. März um 18.30 Uhr. Er wolle in jedem Fall versuchen, hinzugehen, sagt Volker Bartl. Das Grußwort wird Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) halten. Die Einführung übernimmt der Landesarchäologe Dr. Detlef Jantzen.

Begleitet wird die Sonderausstellung von einer Vortragsreihe, die am 25. März in Neubrandenburg startet. Dabei geht es zu Beginn jeweils ab 19 Uhr um Landschaftsgeschichte und Geoarchäologie im Tollensetal. Am 2. April referiert Detlef Jantzen darüber, wie das Schlachtfeld im Tollensetal die Sicht auf die Bronzezeit veränderte. Am 23. April berichtet Dr. Gundula Lidke über die Ausgrabungen auf dem bronzezeitlichen Schlachtfeld im Tollensetal.

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