Rund 270 Hektar mit gut 7000 Kleingartenanlagen gibt es in Neubrandenburg. In Corona-Zeiten fand so manche leersehende Laube e
Rund 270 Hektar mit gut 7000 Kleingartenanlagen gibt es in Neubrandenburg. In Corona-Zeiten fand so manche leersehende Laube einen neuen Pächter. Auf einige Nutzer, die eine lange Leitung benötigen, kommen jetzt höhere Abwassergebühren zu. Mirko Hertrich
gebühren

Kosten für Notfälle bei der Abwasserabfuhr steigen erheblich

Viele Neubrandenburger können sich 2022 über gleichbleibende oder gar sinkende Abwassergebühren freuen. Einigen Kleingärtnern wird ein Preisanstieg beim Schmutzwasser stinken.
Neubrandenburg

Gute Nachricht für einen Großteil der Neubrandenburger Verbraucher: Die generellen Gebühren für Abwasser bleiben im kommenden Jahr stabil. Schlechte Nachricht für die Pächter etwa von abgelegenen Kleingärten, die für die Abwasserentsorgung Schläuche von mehr als zehn Metern Länge brauchen: Sie müssen ab 2022 tiefer in die Tasche greifen. Das sieht unter anderem die Abwassergebührenkalkulation 2022 vor, die im Dezember von der Stadtvertretung verabschiedet wurde. Die entsprechende Satzung tritt am 1. Januar 2022 in Kraft.

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Kosten stabil für die Schmutzwasserentsorgung

Für den überwiegenden Teil der Verbraucher in Neubrandenburg ist das nicht mit höheren Kosten verbunden, teilte die Stadtvertretung in der Beratung in den verschiedenen Ausschüssen mit. Die Gebühr für die Schmutzwasserentsorgung mit 3,60 Euro pro Kubikmeter sowie die Niederschlagsentwässerung mit 1,70 pro Kubikmeter bleibt den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil. Lediglich die Kosten der Straßenentwässerung würden um rund 1,3 Prozent steigen. Frank Renner, Fachbereichsleiter Stadtplanung, Wirtschaft, Bauordnung und Kultur, verwies darauf, dass diese Gebühren den überwiegenden Teil der Kosten für die Abwasserentsorgung ausmachten. Ein wesentlich geringerer Teil entfalle auf die Abwassergebühren der dezentralen Entsorgung.

Manche Gebühren sinken auch

Hier gibt es für viele Pächter nach einer Kostensteigerung wieder eine Gebührensenkung im kommenden Jahr, etwa bei der Entsorgung von abflusslosen Sammelgruben. Bei abgefahrenen Mengen von über drei Kubikmetern fallen künftig nur 22,30 statt 27,42 Euro pro Kubikmeter an. Ist das Volumen kleiner, sind bei saisonal genutzten Objekten 42,40 statt 57,77 Euro pro Kubikmeter zu entrichten. Bei der Entsorgung von Fäkalschlamm aus Kleinkläranlagen sinken die Gebühren je Kubikmeter von 35,53 auf 34,33 Euro.

Bei sogenannten Chemofäkalien erhöht sich ab 2022 die Gebühr für die Entsorgung der Inhalte von 14,87 auf 18,21 Euro pro Quadratmeter. Die Mengenermittlung erfolgt generell durch das Messgerät am Abfuhrgerät. Werden 0,5 Kubikmeter überschritten, wird ab 2022 allerdings auf die nächstfolgende ganze Zahl aufgerundet, wie die Satzung neu festgelegt.

Deutliche Mehrkosten fallen ab kommenden Jahr allerdings für Sondernutzungen bei der Entsorgung an. Zukünftig werden Zuschläge für Sonn- und Feiertags-, Leerfahrten sowie außerhalb der geregelten Arbeitszeit beauftragte Fahrten vom Entsorgungsunternehmen direkt dem Verursacher zugeordnet werden, kündigte die Stadtverwaltung an.

Hohe Zuschläge bei Sonntagsfahrten

Und diese Kosten haben es in sich. Bei der Entsorgung des Abwassers aus abflusslosen Sammelgruben und von Fäkalschlamm aus Kleinkläranlagen wird ab 2022 ein Zuschlag verlangt, wenn der Entsorgungsschlauch mehr als zehn Meter misst. Hier werden 1,12 Euro pro zusätzlichem Meter fällig. Noch happiger wird es bei Notfahrten, für die werktags zwischen 16 und 7 Uhr 183,71 Euro pro Fahrt anfallen. Für Sonn- und Feiertagsfahrten wird künftig ein Zuschlag von 213,31 Euro erhoben. Vergebliche Anfahrten schlagen mit 92,81 Euro zu Buche.

Mitdenken gewünscht

Entstandene Mehrkosten Einzelner würden zukünftig nicht mehr auf die Allgemeinheit umgelegt, warb die Stadtverwaltung in den Ausschüssen bei den Stadtvertretern um Zustimmung. Die Aufwandszuweisung erfolge nach dem Verursachungsprinzip und solle des Weiteren einen „erzieherischen Effekt zur Sparsamkeit und ökologisches Mitdenken bewirken“, hieß es in der Beschlussvorlage. Dieser stimmten 20 Stadtvertreter zu, zwei enthielten sich, acht votierten mit Nein – darunter geschlossen die AfD-Fraktion. Bei den Beratungen in den Fachausschüssen war das Votum weniger deutlich ausgefallen.

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