Anstatt 8 kostet die Nutzung der Altentreptower Bibliothek inzwischen 20 Euro im Jahr.
Anstatt 8 kostet die Nutzung der Altentreptower Bibliothek inzwischen 20 Euro im Jahr. Danilo Vitense
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Kritik an höheren Gebühren in Altentreptow

Stillschweigend umgesetzt und viel zu hoch. Das meint ein Mann aus Werder. Die Stadt Altentreptow sieht das etwas anders.
Altentreptow

Alf Hansen aus Werder bezeichnet sich selbst als leidenschaftlicher und regelmäßiger Nutzer der Stadtbibliothek Altentreptow. „Einmal im Monat bin ich dort. Und das schon seit mehreren Jahren“, sagt er gegenüber dem Nordkurier. Aber das, was er kürzlich erleben musste, schlägt dem Fass den Boden aus, wie der Rentner meint.

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Preis mehr als verdoppelt

170 Prozent mehr für die Nutzung als im Vorjahr, und dann vorher noch nicht mal benachrichtigt worden. „Erst als ich die Bücher auf die Theke legte, habe ich von der Gebührenanhebung erfahren“, so Hansen. Für den 72-Jährigen eine Frechheit, besonders die Höhe. Anstatt 8 seien es nun 20 Euro im Jahr. Aus seiner Sicht ist das maßlos übertrieben. Unerhört, gerade jetzt in Zeiten von Corona, in denen die Bücherei als einziger kultureller Zufluchtsort übrig bleibt, so seine Worte. „Ich vermisse hier das soziale Feingefühl. In der Umgebung leben viele alte, alleinstehende Leute mit schmalem Geldbeutel. Das sollte der Bürgermeister mit bedenken“, betont Hansen.

Gebühren decken nur einen Bruchteil der Kosten

Im Rathaus ist die Meinung allerdings eine andere. „Schon vor längerer Zeit wurde die Erhöhung beschlossen. Und selbst die deckt kaum die Kosten“, sagt Bürgermeister Volker Bartl. Für die Stadt sei es nach wie vor ein Nullsummenspiel. Stadträtin Claudia Ellgoth zufolge liegt der Deckungsgrad jetzt bei etwa 7,9 Prozent, zuvor waren es 5,58 Prozent. Heißt, weniger als 10 Prozent der Kosten der Bibliothek werden durch Gebühren abgedeckt. „Bei 20 Euro im Jahr macht das 1,66 Euro monatlich, mit denen man dort alles nutzen kann“, so Ellgoth. Trotz Anhebung sei es weiterhin erschwinglich. Seit diesem Frühjahr gilt die neue Gebührensatzung. Laut Ellgoth ist es die erste Erhöhung nach gut zehn Jahre. Und diese wurde sowohl im Amtskurier als auch auf der Internetseite der Stadt bekannt gegeben.

 

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