Kundgebung auf dem Markt: Es gibt noch viel zu tun, vor allem zu verbessern in der Arbeitswelt. Das ist bei zahlreichen Redebe
Kundgebung auf dem Markt: Es gibt noch viel zu tun, vor allem zu verbessern in der Arbeitswelt. Das ist bei zahlreichen Redebeiträgen zur Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai deutlich geworden. Paulina Jasmer
Zahlreiche Passanten blieben stehen und lauschten den Reden.
Zahlreiche Passanten blieben stehen und lauschten den Reden. Paulina Jasmer
Bis auf die CDU und die AfD waren die bekannten Parteien auf dem Marktplatz vertreten, um ins Gespräch zu kommen. Im Sept
Bis auf die CDU und die AfD waren die bekannten Parteien auf dem Marktplatz vertreten, um ins Gespräch zu kommen. Im September sind Bundes- und Landtagswahlen. Paulina Jasmer
Gewerkschaft

Kundgebung in Neubrandenburg – Trotz oder gerade wegen Corona?

Tag der Arbeit in Neubrandenburg – und wieder gab es Diskussionen um die Veranstaltung des Gewerkschaftsbundes auf dem Marktplatz. Das Wie und Warum traf nicht immer auf Gegenliebe.
Neubrandenburg

Corona und Regen – musste dann diese Veranstaltung auf dem Neubrandenburger Marktplatz sein? Für Roger Müller schon. Das verwundert nicht, ist er doch der Regionsgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Ost Mecklenburg-Vorpommern. Im vergangenen Jahr war die Veranstaltung zum 1. Mai – dem Tag der Arbeit – abgesagt worden. In diesem Jahr fand sie unter strengen Hygienevorschriften und unter Nieselregen statt. Gemeinsam mit zahlreichen Parteien wurde dieser Tag auf dem Marktplatz begangen, flankiert von vereinzelten Polizisten, aber auch einigen Schaulustigen.

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Wer provoziert hier wen?

Es war nicht etwa das Wetter, das die Vertreter der CDU davon abhielt zu kommen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung hatten die CDU-Landtagskandidaten Björn Bromberger, Torsten Hanke und Thomas Diener ihre Teilnahme abgesagt. Angesichts der Pandemie, geschlossener Geschäfte oder Vorgaben zur Kontaktbeschränkung sei es den Menschen nicht vermittelbar, dass eine solche Veranstaltung dann stattfindet, war der Pressemitteilung sinngemäß zu entnehmen. Für Torsten Koplin, Vorsitzender der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern und selbst Landtagskandidat, war dies eine „Ausrede”. Er befand, dass es sehr wohl möglich sei, unter den Auflagen mindestens ein Statement für Solidarität zu setzen.

Pandemie verschärft Situation in vielen Branchen

Roger Müller und die Anwesenden standen zur Durchführung der Veranstaltung. Es gehe darum, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, einen Stimme zu geben, dafür zu werben und zu trommeln, sie angemessen zu bezahlen, Arbeitsbedingungen zum Beispiel in Bildung und Pflege zu verbessern und auch erst recht in Pandemie-Zeiten mit Kurzarbeit und Co. die Belastungen nicht bis ins Unermessliche wachsen zu lassen.

Gerda Horn und ihr Lebenspartner Lutz Albrecht aus Neubrandenburg lobten indes die Veranstaltung auf dem Marktplatz. „Aus Tradition” seien sie gekommen. Selbst der Regen konnte sie nicht abhalten. Man müsse doch für Solidarität einstehen, so Gerda Horn, die früher als Lehrerin gearbeitet hat. Es sei nicht hinnehmbar, dass Menschen in Deutschland in Armut lebten, sagte sie.

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