„Es ist der Wille der Gemeindevertretung, die Straße so zu erhalten“, sagt Neddemins Bürgermeister Thom
„Es ist der Wille der Gemeindevertretung, die Straße so zu erhalten“, sagt Neddemins Bürgermeister Thomas Beckmann. Tim Prahle
Der kleine Verbindungsweg zwischen Neddemin und Ganzkow is nach Jahren wieder „hübsch” gemacht worden.
Der kleine Verbindungsweg zwischen Neddemin und Ganzkow is nach Jahren wieder „hübsch” gemacht worden. Tim Prahle
Straßensanierung

Kurze Holperpiste nach langer Wartezeit endlich glatt

Zunächst ist es nur die Ausbesserung einer kleinen Gemeindestraße bei Neubrandenburg. Doch wegen der Nähe zur Autobahn sind die Arbeiten nun mit einem ganz bestimmten Risiko verbunden.
Neubrandenburg

In der Einmündung erinnern noch ein paar Risse im Asphalt an den einstigen Zustand der Straße. „Das war noch die beste Stelle“, sagt Thomas Beckmann. Es sind nur ein paar Hundert Meter, die der Neddeminer Bürgermeister abgeht, um das Ergebnis der Arbeiten zur Straßensanierung zu zeigen. Der Ganzkower Weg von Neddemin bis zur Landesstraße 28 kurz vor der A20-Auffahrt glich vorher einer Kraterlandschaft.

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Weg zur Autobahn

Wirklich schlimm war das jedoch nie, die Bedeutung der Straße ist gering, wird auch wegen ihrer Schäden quasi nur von Neddeminern selbst genutzt. Wer von Neubrandenburg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) zur Autobahn möchte, fährt normalerweise durch Neddemin und biegt direkt auf die Landesstraße in Richtung Autobahn ab.

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Die Straße ist derart unbedeutend, dass das Amt Neverin schon mehrfach vorschlug, sie entwidmen zu lassen. Dann wäre sie gar nur noch für den landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen.

Geld war kein Problem

„Die Gemeindevertretung hat sich aber immer mehrheitlich dagegen ausgesprochen“, erinnert Thomas Beckmann. Die Straße sollte saniert werden. Vor etwa fünf Jahren sei das zum ersten Mal beschlossen worden. Das Geld war laut Beckmann auch immer da, doch die geringe Bedeutung der paar Hundert Meter ließen die bürokratischen Mühlen offenbar nicht sonderlich schnell mahlen. „Anfangs sollte die Sanierung 14 000 Euro kosten“, sagt Thomas Beckmann. Fünf Jahre und drei wechselnde Bearbeiter im Amt später lagen die Angebote schon bei 45 000 Euro. „Jetzt waren es aber nur 20 000 Euro“, beruhigt der Neddeminer Bürgermeister. Die Straße sei nur oberflächlich neu gemacht worden.

Einladung an Raser?

Doch der Ganzkower Weg sind nicht nur ein Beispiel für die Sanierung einer unbedeutenden Straße, sondern steht auch exemplarisch dafür, dass ein neu gemachter Weg nicht immer nur Vorteile bietet. „Die Gefahr ist da, dass das hier zu Raserstrecke wird“, sagt Thomas Beckmann. Nur allzu oft hat die Gemeinde schon erlebt, wie in dem die A20 umspannenden Dörferdreieck Neddemin, Hohenmin und Ganzkow Autofahrer auf die Tube drücken. Nun sieht Beckmann die Gefahr, dass Auswärtige die Gemeindestraße als Abkürzung wahrnehmen. „Dabei ist sie das nicht mal“, betont er.

Beratung zu Tempolimit

Die Gemeinde, das Amt und der Landkreis als Verkehrsbehörde wollen sich zeitnah zusammensetzen, um zu beraten, wie sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung erreichen lässt. „Und trotzdem können wir uns erst mal freuen, dass die Straße überhaupt gemacht wurde“, sagt der Neddeminer Bürgermeister. Schließlich war es aufwendig genug.

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