SADELKOWER KATZENBABYS FÜRS HERZ

Kuschelalarm im Katzenzimmer

Im Sadelkower Tierheim gibt es in diesen Tagen jeden Menge Kätzchen zu bestaunen. Sie alle suchen fortan ein neues Zuhause. Doch auch für große Tiere hat man hier ein ebenso großes Herz.
Marie Scholz (l.) und Iris Kraus haben mit nur vier Katzenkindern schon allerhand zu tun. Mehr als 30 suchen ein Zuhause.
Marie Scholz (l.) und Iris Kraus haben mit nur vier Katzenkindern schon allerhand zu tun. Mehr als 30 suchen ein Zuhause. Paulina Jasmer
Kuh Mathilda wurde einst angepflockt gefunden und fand ein Asyl in Sadelkow.
Kuh Mathilda wurde einst angepflockt gefunden und fand ein Asyl in Sadelkow. Paulina Jasmer
Sadelkow.

Das Warten hat ein Ende: Endlich können die mehr als 30 Katzenwelpen im Tierheim Sadelkow nach einem neuen Zuhause suchen. Sie sind jetzt alt genug, geimpft und entwurmt, beste Voraussetzungen also. Und dies tut auch not. Denn die Katzenzimmer im Tierheim drohen seit Wochen aus allen Nähten zu platzen.

„Wir haben eine regelrechte Katzenschwemme“, sagt Vorstandsmitglied Iris Kraus. Glücklicherweise gebe es derzeit nicht so viele Hunde in Sadelkow, somit könnten Hundezimmer kurzfristig als Katzenzimmer auf Zeit umfunktioniert werden. Die Katzenwelpen haben diese Zimmer nun fest in den Pfoten. Wo es geht klettern, kappeln und kratzen sie – eben was Katzenbabys so machen. Wenn Iris Kraus gemeinsam mit Tierpflegerin Marie Scholz das Zimmer betritt, sind die beiden Frauen Mode bei den flauschigen Bewohnern. Wo es geht, lassen sich die Kätzchen streicheln und herzen, andere gehen auf Erkundungstür über Rücken und Schulter der Zweibeiner.

„Die Tiere brauchen uns!”

Marie Scholz ist in solchen Momenten vollends in ihrem Element, obwohl ihr Lieblingstier eigentlich der Hund ist. Doch nach einer Ausbildung im Tierheim Sadelkow – 2017 hatte sie ihre Lehre dort beendet – sind der 24-Jährigen aus Neubrandenburg keine Tiere fremd. „Die Tiere brauchen uns, müssen durch uns versorgt werden“, so Marie Scholz. „Wir sind alles, was sie haben“, erklärt sie ihr Engagement. Was den Gnadenhof auszeichnet, seien die vielen Tierarten. Neben Hunde und Katzen suchen Schweine, Kühe und Ziegen ein neues Zuhause.

Als schönes Zuhause auserkoren haben indes die Rauchschwalben das Gelände des Tierheims in Sadelkow. So konnten insgesamt 14 Nester gezählt werden, neun am Stall und fünf an der Garage. „Alle Tiere sind uns willkommen“, so Iris Kraus, die sich mit ihren Mitstreitern über die Plakette „schwalbenfreundliches Haus“ freut, die ihnen kürzlich vom Nabu verliehen worden ist. Die Plakette hängt nun für alle gut sichtbar gleich am Eingang und erfüllt die Tierheim-Unterstützer mit Stolz. Stolz sind sie übrigens ebenfalls auf die großen Tiere, die sich im hinteren Teil des Geländes befinden.

Große Tiere schwer zu vermitteln

Zum Beispiel die Kuh Mathilda, die aus unwürdiger Haltung stammt. Sie war einfach angepflockt worden, als man sie fand. Ein Fall für den Gnadenhof, wo dann festgestellt wurde, dass die Kuh tragend war. Nun sorgen Mathilda und ihre Tochter Heidi für Bauernhofgefühle – aber längst sollen auch sie ein neues Obdach finden. „Aber nur in gute Hände“, so Iris Kraus mit Blick auf wiederkehrende Witze, dass sich die Tiere gut im Kochtopf machen würden. Aber allein, alle wissen aus Erfahrung: Für diese großen Tiere einen neuen Besitzer zu finden, ist und bleibt schwer.

Da haben es die süßen Katzenbabys womöglich leichter. „Es ist ja auch für jeden Geschmack etwas dabei“, wissen Iris Kraus und Marie Scholz. Wer sich für ein Kätzchen und für ein anderes Tier interessiert, kann sich unter Telefon 039606 20597 oder über die Homepage www.gnadenhof.de melden und einen Termin vereinbaren. Das Tierheim freut sich über Spenden, denn die seien durch Corona ziemlich ausgeblieben.

 

Kontakt zur Autorin

p.jasmer@nordkurier.de

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