Umzug vor Sanierung

Neubrandenburger haben künftig längere Wege zum Rathaus

Ausweis beantragen, Auto zulassen, sich übers Knöllchen beschweren – dafür geht der Neubrandenburger derzeit noch bequem ins Rathaus am Engels-Ring. Das wird jedoch ab Anfang 2019 saniert.
Anke Brauns Anke Brauns
Elektriker Thomas Dörk sorgt mit seinen Kollegen von der Firma PEM Elektro für das richtige Licht in den Räumen des TIG.
Elektriker Thomas Dörk sorgt mit seinen Kollegen von der Firma PEM Elektro für das richtige Licht in den Räumen des TIG. Anke Brauns
Das Haus A (links) an der Lindenstraße wird ab November zuerst von Verwaltungsmitarbeitern bezogen, dort sind die Arbeiten auch am weitesten fortgeschritten.
Das Haus A (links) an der Lindenstraße wird ab November zuerst von Verwaltungsmitarbeitern bezogen, dort sind die Arbeiten auch am weitesten fortgeschritten. Anke Brauns
Die Verbindung zwischen Haus A und B ist auch in Sachen Barrierefreiheit wichtig - da muss natürlich auch das Dach in Ordnung sein.
Die Verbindung zwischen Haus A und B ist auch in Sachen Barrierefreiheit wichtig – da muss natürlich auch das Dach in Ordnung sein. Anke Brauns
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Neubrandenburg.

Wer umziehen will, muss Kartons packen. Die stehen zwar noch nicht auf den Fluren des Rathauses, aber so manche Akte ist schon ins Zentralarchiv gewandert. Die Mitarbeiter im Rathaus kennen die Anweisung: Alles, was nicht fürs Tagesgeschäft gebraucht wird, geht nach und nach schon mal aus dem Haus. Ende August beginnt in Vorbereitung auf die energetische Sanierung des Rathauses der Umzug und wird sich wohl bis Mitte Januar hinziehen. So lange wie möglich sollen die wichtigsten Anlaufstellen für die Bürger, wie die Kfz-Zulassung von Stadt und Landkreis sowie der Einwohner- und Bürgerservice am Engels-Ring bleiben. Voraussichtlich im Januar müssen Neubrandenburger mit solchen Anliegen dann in die Lindenstraße.

Dort wird das leergezogene TIG-Gebäude seit April für die Verwaltung hergerichtet. Im Fünfgeschosser – Haus A – sind zur Zeit unter anderem noch Maler, Elektriker und Fußbodenleger am Werk. Große Beratungs- und Konferenzräume im Haus sind in Büroräume unterteilt worden, in vielen Durchgangszimmern wurden die Türen zugemauert, kaputte Fußböden und Lampen erneuert. „Das ist eine reine Instandsetzung“, betont Janine Kriegler, die Projektverantwortliche für die Rathaus-Sanierung. Es werde nur das getan, was nötig sei, damit das Haus für eine öffentliche Verwaltung nutzbar sei. Das allerdings ist auch schon teuer genug. Rund 2,5 Millionen Euro kosten die Arbeiten in beiden Häusern des TIG, wo künftig 210 Verwaltungsmitarbeiter ihren vorübergehenden Arbeitsplatz haben werden. Davon sind 1,6 Millionen Euro Städtebaufördermittel, 900 000 muss die Stadt allein aufbringen. Man sei froh, dass „so gute Ausschreibungsergebnisse erzielt“ werden konnten, sie lagen zum Teil unter den Kostenschätzungen.

Erste Abteilungen ziehen im November um

Und noch etwas freut Janine Kriegler: „Wir liegen vollständig im Zeitplan.“ Das heißt auch, dass das Rathaus bald getrennte Wege geht. Denn ab Ende August zieht das Verwaltungsarchiv schon mal ins Ausweichquartier An der Hochstraße. Ab dem 10. September ziehen die Innere Verwaltung und der Bereich des Oberbürgermeisters hinterher. Weil in die beiden TIG-Gebäude nicht alle Rathaus-Mitarbeiter passen, werden 120 im ehemaligen Telekom-Gebäude unterhalb der Hochstraße untergebracht. Unter anderem, weil hier der Weg zur nächsten Bushaltestelle weiter ist, hat man sich für „bürgerferne Abteilungen“ entschieden – beim Oberbürgermeister hat man als Normalbürger ja nicht so oft Termine.

In die Lindenstraße mit der Haltestelle an der Kirschenallee wird künftig der Stadtbus vielleicht etwas öfter fahren. Darüber sei man mit den Stadtwerken im Gespräch, so Rathaus-Sprecherin Anett Seidel. Ab Anfang November sollen die ersten Abteilungen ins Haus A des TIG-Gebäudes ziehen. In der Zeit laufen noch die Arbeiten im Flachgebäude – Haus B –, das durch eine Rampe barrierefrei mit Haus A verbunden wird. Ab Januar ziehen dann mit dem „Rest“ des Eigenbetriebs und der Ordnungsbehörde unter anderem auch Zulassungsstelle und Einwohnerservice ins Haus B ein. Die Telefonnummern bleiben alle gleich, so Anett Seidel. Man wolle rechtzeitig über Änderungen bei den Öffnungszeiten durch den Umzug informieren.

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