UMSTRITTENES VORHABEN

MV übernimmt Planung für B96-Ausbau vom Bund

Mecklenburg-Vorpommern hat die Planungshoheit für den umstrittenen Ausbau der B96 zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg vom Bund übernommen. Das Land will jetzt stärker mit den Bürgern über kritische Punkte reden.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Die B96 soll stellenweise dreispurig ausgebaut werden, um ein sicheres Überholen zu ermöglichen. Kritiker des Bauvor
Die B96 soll stellenweise dreispurig ausgebaut werden, um ein sicheres Überholen zu ermöglichen. Kritiker des Bauvorhaben stellten bei einer Protestaktion die Dimensionen nach. Mirko Hertrich
Die Wirtschaft wünscht sich einen schnellen Ausbau der B96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz, Kritiker monieren ein
Die Wirtschaft wünscht sich einen schnellen Ausbau der B96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz, Kritiker monieren einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Natur. Auch die Anwohnergemeinden stehen dem Ausbau skeptisch gegenüber. NK Archiv
Neubrandenburg.

Beim Ausbau der Bundesstraße 96 zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg hat nun das Land den Hut auf. „Nachdem das Bundesverkehrsministerium Anfang des Monats der Linienführung für die Ortsumgehungen Weisdin und Usadel zugestimmt hat, konnte unser Haus nun die Vorzugsvarianten für die beiden Ortsumgehungen bestätigen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel.

Bislang lag der Planungsauftrag bei der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges). Nun übernimmt die neu geschaffene Projektgruppe Großprojekte bei der Landesstraßenbauverwaltung die weitere Planung für die beiden umstrittenen Ortsumgehungen sowie die dazwischen liegenden Ausbauabschnitte der B96.

Aus dem Archiv: B96-Planung verschlingt bereits eine Million Euro.

Ortsumgehungen für Weisdin und Usadel

Die Orte Weisdin und Usadel, durch welche die B96 derzeit verläuft, sollen laut Ministerium durch Ortsumgehungen entlastet werden. Zudem sollen die übrigen Abschnitte der rund 21 Kilometer langen Strecke zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg auf drei Spuren ausgebaut werden. „Dies ist erforderlich, da die vorhandene Straße nicht den aktuellen Anforderungen an Straßenbreite und Trassierung entspricht”, hieß es aus dem Ministerium. Deshalb gebe es „kaum Überholmöglichkeiten und eine steigende Zahl von Unfällen, auch aufgrund zunehmender Verkehrsmengen”.

Um eine Reisegeschwindigkeit zu erreichen, die der Bedeutung dieser wichtigen Nord-Süd-Trasse entspricht, sollen zudem nachgeordnete Straßen nur an wenigen Knotenpunkten an die Bundesstraße angebunden werden. Geplant sind bis dato nur zwei Knotenpunkte in Blumenholz und Groß Nemerow. Dies ist einer der Hauptkritikpunkte der Anliegergemeinden, die längere Wege etwa für Schulbusse, Rettungsfahrzeuge und Feuerwehren befürchten.

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Weiter Weg bis zum Baustart

Bis der Ausbau möglicherweise beginnen kann, ist es allerdings noch ein weiter Weg. „Sobald die Deges der Projektgruppe die Akten übergeben hat, wird diese die weiteren Planungsphasen ausschreiben“, kündigte Minister Pegel an. Aufgrund des Umfangs wird dafür ein EU-weites Vergabeverfahren erforderlich. Nach der Vergabe wird das beauftragte Ingenieurbüro die sogenannte Entwurfsplanung erstellen, auf deren Grundlage das Bundesverkehrsministerium die Maßnahme haushaltsrechtlich anerkennen kann.

Anschließend führt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr als zuständige Behörde das Planfeststellungsverfahren durch, das erforderlich ist, um Baurecht zu erlangen. Nach dessen Abschluss werden voraussichtliche Baukosten und Bauzeit „seriös kalkulierbar” sein.

Mit der Übernahme der Planungshoheit hatte das Land auch eine bessere Kommunikation als die Deges versprochen. Christian Pegel weist in diesem Zusammenhang auf eine öffentliche Veranstaltung der Projektgruppe am 26. September 2019 von 17 bis 21 Uhr in der Grundschule Groß Nemerow hin: „Dort können die Teilnehmer im Rahmen einer freiwilligen Bürgerbeteiligung Anregungen zur bisherigen Deges-Planung geben. Die Projektgruppe wird diese im weiteren Planungsprozess prüfen und – wenn umsetzbar – berücksichtigen.“

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