Mehr als 500 Menschen waren am späten Nachmittag und in den Abendstunden alleine in Friedland angekommen. Mit knapp 200 F
Mehr als 500 Menschen waren am späten Nachmittag und in den Abendstunden alleine in Friedland angekommen. Mit knapp 200 Flüchtlingen weniger hatten sie hier gerechnet. Felix Gadewolz
Nicht alle Ankömmlinge schienen große Lust darauf zu haben, im kleinen Friedland untergebracht zu werden – au
Nicht alle Ankömmlinge schienen große Lust darauf zu haben, im kleinen Friedland untergebracht zu werden – auch nicht für nur für 48 Stunden. Felix Gadewolz
Die Behörden hatten vor allem mit Frauen und Kinder gerechnet, doch es kamen weit mehr Männer an, als erwartet.
Die Behörden hatten vor allem mit Frauen und Kinder gerechnet, doch es kamen weit mehr Männer an, als erwartet. Felix Gadewolz
Ukraine-Flüchtlinge

▶ Wer ist schuld am Chaos in Friedland?

Mehr als 300 Menschen waren im Landkreis erwartet worden, doch es kamen Hunderte mehr. Laut dem Vize-Landrat sei die Situation aber langsam unter Kontrolle.
Friedland

Zu den chaotischen Zuständen bei Flüchtlingsaufnahme in Friedland hat sich nun auch der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geäußert. Es habe einen „großen Koordinierungsfehler gegeben, für den wir hier an der Basis aber wenig können”, sagt der stellvertretende Landrat Thomas Müller (CDU) auf Nordkurier-Anfrage.

Man sei auf 323 Flüchtlinge vorbereitet gewesen, die am Donnerstag im Landkreis ankommen sollten – etwa die Hälfte davon in Friedland. Stattdessen seien nach ersten Schätzungen aber weit mehr als 500 Personen alleine in de Kleinstadt angekommen, führte der Dezernent aus.

Mehr Geflüchtete als erwartet kommen in Friedland an (Video, 1:46 Min):

[Video]

Mehr Männer als erwartet

Dazu komme, dass sich die Behörden vor allem auf Frauen und Kinder vorbereitet hatten, in den Bussen aber weit mehr Männer saßen als erwartet.

Das brachte organisatorische Probleme mit sich, da Männer, Frauen und Kinder nicht alle in der gleichen Unterkunft untergebracht werden sollten. Diese würden zudem teilweise gar nicht aus der Ukraine stammen, sondern etwa aus Aserbaidschan und hatten einen Aufenthaltstitel für die Ukraine dabei. Daher würden sie natürlich dennoch aufgenommen, betont Thomas Müller.

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Nach dessen ersten Informationen wurden die Fehler bereits in Berlin gemacht, verifizieren lasse sich das aber nicht. Offenbar hatten einige Ankömmlinge zumindest mit einer Fahrt in eine Großstadt gerechnet. Als sie dann in der beschaulichen aber kleinen Stadt Friedland ankamen, waren ein paar alles andere als begeistert. Diese Gemengelage hatte die Helfer an Ort und Stelle völlig überfordert, wie es zuvor von Einsatzkräften hieß.

„Chaotisch sei es durchaus ein wenig”, beschwichtigt der Vize-Landrat. Aber nicht außer Kontrolle. Bundes- und Landespolizei seien mittlerweile da, um bei der Passkontrolle zu helfen.

Zwei Busse weiter geschickt

40 Frauen und Kinder seien bereits nach Waren ins Hotel „Amsee” gefahren worden. Dazu wurden laut Thomas Müller zwei Busse bereits nach Loitz in den Nachbarlandkreis Vorpommern-Greifswald geschickt. Zwei weitere Busse mit noch einmal rund 100 Menschen sollen folgen.

Die medizinische Betreuung sei noch einmal hochgefahren worden. Müller kündigte an, das Chaos in Friedland direkt am Freitag beim Landeskrisenstab anzusprechen. Erste Mutmaßungen, dass die Busse möglicherweise in das Niedersächsische Friedland (Landkreis Göttingen) fahren sollten, sei zum aktuellen Zeitpunkt „pure Spekulation”. Im dortigen Grenzdurchgangslager waren ebenfalls Aufnahmekapazitäten geschaffen worden. „Die Busfahrer hätten ihre Aufträge auf jeden fall von einer Berliner Nummer erhalten”, sagte Müller. Was der Fehler war, müssten die nächsten Tage und Beratungen noch zeigen.

Die Lage in Friedland würde sich derzeit langsam entspannen.

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