Geduldig und mit Mund-Nasen-Schutz versehen warteten am Sonnabend rund 100 Menschen vor dem Impfzentrum des Kreises am Flughaf
Geduldig und mit Mund-Nasen-Schutz versehen warteten am Sonnabend rund 100 Menschen vor dem Impfzentrum des Kreises am Flughafen Trollenhagen bei Neubrandenburg auf Einlass. Mirko Hertrich
Viele hatten über Medien von der außerplanmäßigen Impfaktion gehört und waren kurz entschlossen zum
Viele hatten über Medien von der außerplanmäßigen Impfaktion gehört und waren kurz entschlossen zum Impfzentrum gefahren. Mirko Hertrich
Zusätzliche Termine

Lange Schlange vor Impfzentrum in Neubrandenburg

Eine außerplanmäßige Astrazeneca-Lieferung machte es möglich. Am Sonnabend konnten sich Menschen im Alter von über 60 Jahren im Landkreis auch ohne Anmeldung impfen lassen. Der Andrang war groß.
Neubrandenburg

Viele Menschen haben in Trollenhagen bei Neubrandenburg das zusätzliche Angebot des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte wahrgenommen, sich am Osterwochenende gegen das Corona-Virus immunisieren lassen. Aufgrund einer außerplanmäßigen Astrazeneca-Lieferung waren die Impfzentren am Flughafen Trollenhagen bei Neubrandenburg sowie Waren (Müritz) von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Geimpft wurden über 60-jährige Personen, die sich entweder über das Callcenter noch kurzfristig einen Termin geben lassen oder sich ohne Terminanmeldung mit entsprechender Wartezeit impfen lassen wollten.

Vor dem Eingang zum Impfzentrum bildete sich eine lange Warteschlange. Am Vormittag standen etwa 100 Menschen vor dem Terminal. Viele hatten über Medien von der außerplanmäßigen Impfaktion gehört und waren kurz entschlossen zum Impfzentrum gefahren. „Wir stehen seit eineinhalb Stunden hier”, berichtete ein Neubrandenburger Ehepaar, das in dieser Zeit schon bis fast vor den Eingang vorgerückt war. Über die Impfhotline hatten es die wenigsten versucht. „Kein Durchkommen, immer nur der Anrufbeantworter”, berichtete eine Frau, die es probiert hatte.

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Wenig Bedenken bei Astrazeneca

Bedenken wegen des verwendeten Impfstoffs von Astrazeneca gab es bei einigen Wartenden schon. „Aber was sollen wir machen, wir zwischen 60- und 70-Jährigen brauchen sonst noch ewig, bis wir dran sind”, fasste eine Neustrelitzerin unter Zustimmung zahlreicher Umstehender die Lage zusammen, unter denen auch viel Unmut über das Impfmanagement der öffentlichen Hand zu vernehmen war. „Wir hoffen, dass wir hier wenigstens gleich den zweiten Impftermin bekommen“, sagte eine Frau.

Der Impfstoff von Astrazeneca darf seit dieser Woche nur noch an Über-60-Jährige verimpft werden. So lautet ein Beschluss von Bund und Länder am Dienstag nach einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Hintergrund sind Thrombose-Fälle vor allem bei jüngeren Frauen.

Die Stiko am Robert-Koch-Institut hat am späten Donnerstag vor den Osterfeiertagen ihren „Beschlussentwurf zur 4. Aktualisierung der Covid-19-Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung” auf der RKI-Website veröffentlicht. Jüngere Menschen in den Impfgruppen eins und zwei könnten „gemeinsam mit dem impfenden Arzt nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung entscheiden, mit Astrazeneca geimpft werden zu wollen”, hieß es unter anderem in dem Beschluss.

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Hier gibt es Impftermine

Impftermine in MV können beim Callcenter telefonisch unter 0385 20271115 oder online unter www.corona-impftermin-mv.de vereinbart werden. Das Callcenter vergibt ebenfalls für eine Astrazeneca-Impfung ab sofort Termine ab Dienstag, den 6. April, an über 60-jährige Personen. Impfungen sind ab Dienstag nicht ohne Termin möglich.

Seit Freitag ist im Callcenter für die Impfterminvereinbarung zudem eine weitere Telefonnummer unter der Rufnummer 0385 20271284 geschaltet. Alle 60- bis 69-jährigen Bürgerinnen und Bürger mit Hauptwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern, die sich mit dem Impfstoff Astrazeneca impfen lassen wollen, können direkt über diese Telefonnummer einen Impftermin vereinbaren, teilte das Gesundheitsministerium mit. Mit dem neuen Angebot für über 60jährige haben wir die Möglichkeit, zügig weiter zu impfen, um die Immunität in der Bevölkerung weiter zu erhöhen“, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe.

Mecklenburg-Vorpommern hat den Angaben des Ministeriums bislang insgesamt 311 925 Impfdosen erhalten. Nach Stand Freitag sollen bis zum 18. April weitere Lieferungen in Mecklenburg-Vorpommern eintreffen. Dabei handele es sich um 64 350 Impfdosen Biontech, 14 400 Impfdosen Astrazeneca und 8400 Impfdosen Moderna.

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