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Aufruf zur Stammzellspende

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Lebensretter gesucht - mit Herz und mit Musik

Der Neubrandenburger Maik Ringk und seine Familie hoffen auf zahlreiche Unterstützer bei der Typisierungsaktion am 3. Februar im Rathaus.
Der Neubrandenburger Maik Ringk und seine Familie hoffen auf zahlreiche Unterstützer bei der Typisierungsaktion am 3. Februar im Rathaus.
Privat

Die Initiative „Neubrandenburg rettet Maik” für einen 32-jährigen Familienvater, der gegen den Blutkrebs kämpft, will möglichst viele Menschen als mögliche Stammzellspender gewinnen. Unterstützung kommt auch von einer Greifswalder Band.

Heikle Operationen durchführen, Menschen aus brennenden Häusern oder verunglückten Autos retten, jemandem zu Hilfe eilen gegen gewalttätige Kriminelle – unsere Vorstellungen von Lebensrettern sind oft mit „filmreif“ dramatischen Momenten verbunden. Lebensretter können aber auch Menschen sein wie Sie und ich, die sich mit einer schnell und einfach entnommenen Gewebeprobe in einer Stammzellspenderdatei registrieren lassen.

Solch einen Lebensretter braucht der 32-jährige Maik Ringk, dessen Geschichte vielen Neubrandenburgern zu Herzen geht und hoffentlich bald ein glückliches Finale findet – mithilfe der Initiative „Neubrandenburg rettet Maik“, die für den 3. Februar zu einer Typisierungsaktion potenzieller Stammzellspender aufruft.

Der „genetische Zwilling“ kann heilen helfen

Vor fast vier Jahren ist der Zeitsoldat an Blutkrebs erkrankt. Schlimme Zeiten stand er durch und durfte sich schon auf gutem Wege wähnen, als Ende 2017 die Krankheit mit Macht zurückkehrte. Wieder ins Krankenhaus, wieder Chemotherapie, wieder Bangen für ihn, seine Frau Kathlen und den sechsjährigen Sohn Colin, der im April ein Geschwisterchen bekommt. „Ich möchte gerne mehr Zeit mit meiner Familie verbringen und die Kinder mit aufziehen“, so der sehnliche Wunsch des jungen Vaters.

Benötigt werden dazu jedoch die Stammzellen eines „genetischen Zwillings“, eines Menschen mit den gleichen Gewebemerkmalen. Den zu finden, soll die Aktion am 3. Februar helfen. Die Neubrandenburger Musikerin Isabella Wichmann, die über Facebook auf Maiks Schicksal aufmerksam geworden war, hat den Spendentag mit Unterstützung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auf den Weg gebracht. Sie selbst ist schon einige Jahre als Spenderin registriert: „Das ist ein kleiner Moment für den Spender, der ein ganzes Leben für den Patienten bedeuten kann“, schreibt sie.

Weltweit mehr als 7,8 Millionen Registrierte

Je mehr mögliche Spender registriert sind, desto größer die Chancen für jeden Erkrankten, dass sein Lebensretter gefunden wird. Bei der DKMS sind es weltweit mehr als 7,8 Millionen Menschen, davon ein Großteil in Deutschland. Und es gibt in der Bundesrepublik noch mehr als 20 weitere Organisationen, die Spenderdaten sammeln.

So etwa auch die vor allem in Nord- und Ostdeutschland tätige Deutsche Stammzellspenderdatei DSD, die ebenfalls demnächst zu einer Typisierungsaktion in Neubrandenburg aufruft: Am 27. Januar ist sie im Marktplatz-Center präsent. Für Center-Managerin Corinna Lorenz gab es kein Zaudern, als die Anfrage einging: „Für eine so gute Sache stellen wir gern unsere Möglichkeiten zur Verfügung und hoffen, dass wir viele Menschen erreichen.“

„Wir Neubrandenburger stehen zueinander und helfen uns gegenseitig. Das macht uns stark“, wirbt Oberbürgermeister Silvio Witt für die Typisierungsaktion am 3. Februar im Rathaus, wo er sich selbst als Spender registrieren lassen will. Und nicht allein Neubrandenburger setzen sich dafür ein, dass Familienvater Maik Ringk wieder gesund werden kann: Die Greifswalder Combo „Artur und Band“, deren Frontmann Artur Apinyan sich ebenfalls gerade typisieren ließ, gibt am 2. Februar um 19 Uhr im Güterbahnhof ein Benefizkonzert für die DKMS.

Kommentare (1)

Wie schnell ein Patient einen geeigneten Spender findet, hängt von der Häufigkeit seiner Gewebemerkmale ab. Wenn Maik einen finden sollte, dann muss eine starke Chemotherapie sein Immunsystem komplett zerstören. Nur dann lässt der Körper es zu, dass die fremden Stammzellen das kranke System des Patienten ersetzen. Die Haare fallen ihm aus. Er muss auf die sterile Isolationsstation, denn es bilden sich offene Wunden am ganzen Körper. Käme die Spende aus irgendeinem Grund dann doch nicht zu Stande, so würde das seinen Tod bedeuten. So oder so steht ihm eine Odyssee bevor. Ich wünsche ihm und seiner Familie viel Glück.