ÄRGER ÜBER KREIS-ENTSCHEIDUNG

Leitplanken weg: Hätte dieser Unfall verhindert werden können?

Der Landkreis hat die Leitplanken aus Kostengründen abbauen lassen. Kurz danach geschah dort ein schwerer Unfall. Die Verwaltung ist sich keiner Schuld bewusst.
Ein Auto war kürzlich frontal gegen einen Baum gefahren. Genau an dieser Stelle war nur wenig vorher die Leitplanke demon
Ein Auto war kürzlich frontal gegen einen Baum gefahren. Genau an dieser Stelle war nur wenig vorher die Leitplanke demontiert worden, so Neverins Bürgermeister Nico Klose. Felix Gadewolz/Archiv
Nico Klose, Bürgermeister der Gemeinde Neverin
Nico Klose, Bürgermeister der Gemeinde Neverin Bürger für Neverin
Zwischen Ihlenfeld und Neverin standen einst Leitplanken. Von diesen hat sich der Kreis nun weitestgehend verabschiedet.
Zwischen Ihlenfeld und Neverin standen einst Leitplanken. Von diesen hat sich der Kreis nun weitestgehend verabschiedet. Tim Prahle/Archiv
Nach dem Frontalzusammenstoß musste das Auto abgeschleppt werden. Foto: Felix Gadewolz
Nach dem Frontalzusammenstoß musste das Auto abgeschleppt werden. Foto: Felix Gadewolz Felix Gadewolz
Neverin.

Kurz bevor ein Auto zwischen Neverin und Neubrandenburg an einen Baum prallte, ließ der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte dort die Leitplanken abbauen. Neverins Bürgermeister Nico Klose ist außer sich vor Wut: „Vielleicht nimmt der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte dies zum Anlass, doch nochmal die Taktik zu überdenken, ob man seit Jahrzehnten bestehende Leitplanken demontieren muss, weil die Mäharbeiten zu teuer sind.”

Leitplanken sollen doch vor solchen Unfällen schützen

Der Kreis hatte die Demontage mit einer bundesweiten Vorschrift erklärt, wonach an Stellen wie der kurz hinter Neverins Ortsausgang Leitplanken nicht erforderlich seien. Durch den Abbau könnten Kosten für Instandhaltung und Mäharbeiten um die Leitplanken herum gespart werden.

Nico Klose ärgert indes, dass seine Gemeinde ihre Meinung zur Demontage vorher nicht abgeben durfte. „Wir wurden weder gefragt noch informiert. Schade! Dabei kommuniziere ich so gern“, meint er. Klose geht eigentlich davon aus, dass Leitplanken gerade helfen, derartige Frontalzusammenstöße zu verhindern.

Gemeinde wurde nicht einbezogen

Allerdings verweist der Landkreis auf Nordkurier-Anfrage konsequent auf die Zuständigkeiten in diesem Fall. Demnach müsse die Gemeinde Neverin überhaupt nicht in Kenntnis gesetzt werden: „Die Anordnung von Schutzeinrichtungen trifft ausschließlich der Straßenbaulastträger, in diesem Falle also der Landkreis, in Abwägung und unter Einbeziehung der ‚Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme‘“, heißt es von Kreissprecherin Haidrun Pergande.

Bevor jedoch eine Anordnung beispielsweise für die Demontage von Leitplanken erfolge, gebe es dazu unter anderem eine Beratung und Befürwortung der zuständigen Fachleute in der so genannten Sperrkommission. Diesem Gremium gehören neben dem kreislichen Bauamt Vertreter der Polizei, der Verkehrsbehörde und des Straßenbauamtes vom Land Mecklenburg-Vorpommern an. „Gemeinden obliegt diese Aufgabe nicht, wenn sie nicht der Straßenbaulastträger sind“, betont sie. In Bezug auf jetzt mögliche größere Gefahren zählt sie die generellen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf diesem Streckenabschnitt der Kreisstraße auf, „weil er sehr schmal und kurvenreich ist“.

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Kommentare (6)

Es wird schließlich Gründe gehabt haben, dass dort mal Leitplanken installiert wurden.

Die Leitplanke hätte den Baum geschützt. Der Unfall hätte SO dann nicht stattgefunden. Der Unfallfahrer hätte die Leitplanke beschädigt, die mit halbseitiger Sperrung durch die Strassenmeisterei erneuert worden wäre.

Angepasste Fahrweise wäre wohl das Beste gewesen.

Ein Unfall ist doch ein Unfall, ob mit oder ohne Leitplanke. Die fehlende Leitplanke ist aber nicht der Unfallverursacher.

Das sicher nicht. Aber wie ein Airbag im Auto wären mit Leitplanken ein Unfall weniger tragisch verlaufen.

Haben keine Ahnung. Aber die Sesselfurzer im Büro schon. Dabei richten die sich nur auf das wie man kosten drücken kann. Denn dieser Unfall geht zum Teil auf die Verantwortlichen im Kreistag. Aber ein Leben interessiert die Sesselfurzer im Büro nicht.

Kann der deutsche Autofahrer denn nur noch mit Leitplanken die Spur halten?
Die Strecke ist mit der erlaubten 70 km/h sehr gut zu befahren.
Was wäre wenn der verunfallte Wagen in den evt. auftretenden Gegenverkehr zurück geschleudert worden wäre? Wäre der Unfall dann weniger schlimm?