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Leonies Mörder zieht fristgerecht vor BGH

Am 9. Januar wurde David H. zu lebenslanger Haft wegen Mordes an der kleinen Leonie aus Torgelow verurteilt. Seine Anwälte wollen ein milderes Urteil.
Jörg Fenger (links), einer der zwei Verteidiger, und der angeklagte Stiefvater David H. am Tag der Urteilsverkündung
Jörg Fenger (links), einer der zwei Verteidiger, und der angeklagte Stiefvater David H. am Tag der Urteilsverkündung im Mordprozess. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Nach dem Prozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow in Vorpommern haben die Verteidiger von David H. Revision gegen das Urteil eingelegt. Das Rechtsmittel sei fristgerecht eingegangen, erklärte am Donnerstag ein Sprecher des Landgerichtes Neubrandenburg.

Anwälte wollen milderes Urteil für David H.

Bleibt es dabei, wird der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil – lebenslange Haft wegen Mordes – überprüfen. „Unsere Rechtsauffassung deckt sich nicht mit der des Landgerichtes“, hatte Verteidiger Jörg Fenger die Revision begründet, die innerhalb einer Woche eingelegt werden musste. Die Anwälte des Stiefvaters streben ein milderes Urteil an.

Leonie ging durch die Hölle

Das Landgericht hatte den 28-Jährigen vor einer Woche wegen Mordes durch Unterlassen, Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen zu „lebenslänglicher Haft“ verurteilt. Leonie und ihr kleiner Bruder – beides Stiefkinder des Mannes – seien von November 2018 bis 12. Januar 2019 einem Martyrium ausgesetzt gewesen, hatte der Richter erklärt. Das Mädchen sei am 12. Januar „Opfer einer Bestrafungsaktion“ des Stiefvaters geworden, der auch verhinderte, dass rechtzeitig medizinische Hilfe geholt wurde.

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Auch Mutter Janine Z. im Visier der Justiz

Der Verurteilte hatte einen angeblichen Treppensturz als Ursache für die massiven Verletzungen angeführt. Dem folgte die Kammer nicht, die ihr Urteil weitgehend auf Aussagen der Mutter stützt.

Gegen die Frau ermittelt die Staatsanwaltschaft noch, weil sie nicht eher Hilfe geholt hatte. Es bestehe Verdacht der fahrlässigen Tötung, sagte ein Sprecher. Ob Anklage erhoben wird und bei welchem Gericht, sei noch nicht entschieden. Die Frau und der Verurteilte haben noch ein gemeinsames Baby. Die Verteidiger wollen nun die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann entscheiden, ob die Revision aufrechterhalten wird.

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