MOTORSPORT

DDR-Meister glaubt an Speedway-Comeback in Neubrandenburg

Der neu gegründete MSC Vier Tore Neubrandenburg will am Donnerstag sein Projekt vorstellen. Das einstige Stahlschuh-Ass Mike Ott wird auch zu Gast sein.
Thomas Krause Thomas Krause
Mike Ott war der letzte DDR-Meister im Speedway. Dass der MSC Vier Tore den Sport in Neubrandenburg wiederbeleben will, findet
Mike Ott war der letzte DDR-Meister im Speedway. Dass der MC Vier Tore den Sport in Neubrandenburg wiederbeleben will, findet er gut. Wolfgang Kühn
Miko Ott in Aktion im Harderstadion.
Miko Ott in Aktion im Harderstadion. Fred Kuhnert
Neubrandenburg.

Na klar ist Mike Ott am Donnerstag im Boxenstopp. Dort, auf dem Gelände einer Autowerkstatt zum Selbermachen in der Gerstenstraße, will der MSC Vier Tore Neubrandenburg ab 18 Uhr seine Comeback-Pläne für den Speedwaysport in der Stadt vorstellen. Und Ott ist eine der prägenden Figuren des Bahnsports in Neubrandenburg gewesen.

Der heute 54-Jährige war damals ein Star der Szene: 1983, in seiner ersten Saison als Speedwayfahrer, wurde er gleich DDR-Juniorenmeister. 1990 schrieb er dann sogar Geschichte: In Güstrow rast der Neubrandenburger zum letzten DDR-Meistertitel. Mike Ott fuhr auch nach der Wende weiter Rennen, erlebte später das unschöne Speedway-Ende in Neubrandenburg mit und ist nun voller Hoffnung, dass das Comeback gelingt. „Es wird ein schwerer Weg, aber ich glaube, dass es wirklich möglich ist”, sagt Ott.

Auf alten Luftbildern von 1953 ist das mittlerweile abgerrissene Harderstadion in Neubrandenburg, in dem die Speedway-Rennen stattfanden, noch zu erkennen.
 

Mit den Machern des neuen Motorsportclubs um Jan Seidler habe er schon mehrmals gesprochen, er hat Versammlungen besucht. „Ich denke, dass da Leute am Werk sind, die das drauf haben, die das wollen. Die aber auch wissen, dass es nicht einfach wird“, sagt er. Die große Resonanz auf die Ankündigung, den Speedwaysport wiederbeleben zu wollen, habe er natürlich mitbekommen: „Das freut mich ungemein.“

Versprechen der Politik wurde nie eingelöst

Dass sich mittlerweile auch Neubrandenburgs Oberbürgermeister und der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte für das Speedway-Projekt interessieren, wertet Ott als „gutes Zeichen”. Und der eine oder andere Unternehmer soll auch bereits seine Unterstützung zugesagt haben. „Dennoch sollte man die Erwartungen nicht gleich zu hoch schrauben. Es ist gut, dass der Club kleine Schritte gehen will”, sagt Mike Ott, der seine Motorsportlaufbahn 1995 nach einem schweren Sturz ein Jahr zuvor beendete und mittlerweile ein passabler Marathonläufer ist.

Der letzte DDR-Meister im Speedway sieht aber nun vor allem die Politik in der Pflicht, die damals beim Aus des Bahnsports in Neubrandenburg keine gute Rolle gespielt hatte. Nach dem Abriss des Harderstadions ist den Motorsportlern ein neues Areal zugesagt worden, unter anderem mit dem Geld aus dem Verkauf der Stadionfläche an einen privaten Investor, der dort einen Parkplatz baute – eingelöst wurde das Versprechen nie. Miko Ott gibt sich in dem Punkt zuversichtlich, dass es so etwas wie damals nicht mehr geben wird. Politiker könnten sich dies heute nicht mehr leisten.

 

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