NEUBRANDENBURGER OSTSTADT

Letzter unsanierter Plattenbau wird modernisiert

Mehr als 30 Jahre hat das Hochhaus aus DDR-Zeiten in der Oststadt auf dem Buckel. Nun wird es umfassend und mit großzügigen Grundrissen saniert.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Mit einem Baukran werden die Überreste von sogenannten HWL-Platten – häufig auch Sauerkrautplatten genannt – vom Dach des Achtgeschossers in der Robert-Koch-Straße gehoben.
Mit einem Baukran werden die Überreste von sogenannten HWL-Platten – häufig auch Sauerkrautplatten genannt – vom Dach des Achtgeschossers in der Robert-Koch-Straße gehoben. Mirko Hertrich
Fenster in Küche und Bad: So großzügig soll es nach der Modernisierung in 18 Wohnungen in der Robert-Koch-Straße aussehen.
Fenster in Küche und Bad: So großzügig soll es nach der Modernisierung in 18 Wohnungen in der Robert-Koch-Straße aussehen.
Im Inneren des Plattenbaus aus DDR-Zeiten zeugen noch alte Tapeten von mehr als 30 Jahren Wohnnutzung.
Im Inneren des Plattenbaus aus DDR-Zeiten zeugen noch alte Tapeten von mehr als 30 Jahren Wohnnutzung. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Als die Presslufthämmer loslegen, wird es in dem Plattenbau in der Neubrandenburger Oststadt auch einige Wohnungen weiter recht laut. „Das Frühstückskonzert beginnt“, scherzen die erfahrenen Bauleute von der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges). Sie haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Gebäude aus DDR-Zeiten umfassend saniert – bei laufendem Betrieb, das heißt, einige Mieter blieben in den Objekten wohnen. Nun ist das jüngste aus dieser Zeit dran: Das Wohnhochhaus in der Robert-Koch-Straße 9 e/f. Mit großem Aufwand wird es auf modernen Stand gebracht.

„Bei dem Gebäude handelt es sich um einen WBS-70-Bau Typ Berolina“, erläutert Michael Wendelstorf von der Neuwoges-Geschäftsführung bei einer Baustellenbegehung. Fertiggestellt wurde der Block mit seinen 63 Wohneinheiten und über 4000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche im Jahr 1988. Damit war es das letzte dieser Art in Neubrandenburg und folglich auch nicht so weit oben auf der Prioritätenliste der Neuwoges bei der Sanierung in der Oststadt, die im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Die Wohnungsbauserie 70 wurde unter anderem vom Neubrandenburger Wohnungsbaukombinat entwickelt und war mit rund 650 000 Wohnungen der meistgebaute Wohnungsbautyp in der DDR. In der Oststadt steht in der Koszaliner Straße auch der erste WBS-70-Block der DDR, der mittlerweile denkmalgeschützt ist.

Hochwertiger und barrierearmer Wohnraum

Mit der Modernisierung plant die Neuwoges die Schaffung eines hochwertigen und barrierearmen Wohnraums. Dafür werden unter anderem die Eingangsbereiche neu gestaltet und einer sogar versetzt. Nach Abschluss der 5,5 Millionen Euro teuren Sanierung soll es dann möglich sein, über Rampen ins Gebäude zu gelangen. Die insgesamt 21 beauftragten Baufirmen arbeiten auch an einer Erneuerung sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen. Die Fenster und Wohneingangstüren werden ausgetauscht und die Balkone saniert. Die Fassade bekommt einen neuen Anstrich.

„In 18 Wohnungen werden komplette Grundrissänderungen vorgenommen“, führt Bauleiter Jörg Menzdorf in seinem Baubüro an. Die umgebauten 70-Quadratmeter-Wohnungen haben nach der Modernisierung jeweils eine Küche und ein Bad mit Fenster. Zudem gibt es die Möglichkeiten, zwischen einer offenen, einer geschlossenen Küche oder einer sogenannten Wandscheibe zu wählen.

Klinikpersonal als Mieter im Blick

Mit der Sanierung will die Neuwoges den Bedarf an modernerem, komfortablem und großzügigem Wohnraum in Neubrandenburg stärker decken. Durch die Modernisierung steigen die Mieten. Dabei zielt das Tochterunternehmen der Stadt vor allem auf das Personal des nahe gelegenen Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums. „Aber der überwiegende Teil der alten Mieter kommt zurück, falls nicht, helfen wir bei der Suche nach neuen Wohnungen“, sagt Wendelstorf.

Während der Bauarbeiten, die bis Herbst abgeschlossen sein sollen, steht nur knapp die Hälfe der Wohnungen leer. Als weitere Baumaßnahme plant die Neuwoges die Modernisierung von acht Objekten im Reitbahnviertel.

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