STANDORTFRAGE IN FRIEDLAND

Letzter Versuch für Verbleib der AOK

Bleibt die AOK Nordost den Friedländern doch erhalten? Am Mittwoch meldete sich die Krankenkasse endlich im Friedländer Rathaus. Zudem nennt sie gegenüber dem Nordkurier erstmals die Gründe für den geplanten Wegzug.
Tim Prahle Tim Prahle
Das alte Gymnasium hinter der Marienkirche soll nach Wunsch der Stadt neuer AOK-Standort werden.
Das alte Gymnasium hinter der Marienkirche soll nach Wunsch der Stadt neuer AOK-Standort werden. Tim Prahle
Friedland.

Es gibt wieder ein Fünkchen Hoffnung für Friedland als AOK-Standort. Noch am gleichen Tag, an dem im Nordkurier der Artikel über die Pläne der AOK Nordost erschien, dass diese Friedland zum 17. September verlassen will, meldete sich die Krankenkasse bei der Stadtverwaltung. Das teilte das Hauptamt auf Nordkurier-Anfrage mit. Am Freitag werde es einen Besichtigungstermin im alten Gymnasium geben. Dort hatte die Stadt bereits Ende August der AOK angeboten, Parterre einen Doppelraum zu beziehen, um das Beratungszentrum doch noch in Friedland zu halten. „Wir hätten mit der Vermietung überhaupt kein Problem“, so die Mitarbeiterin aus dem Hauptamt. Und die AOK habe alle Unterlagen erhalten.

Seit Beginn der Woche hängt am Beratungszentrum in der Friedländer Mühlenstraße der Aushang, dass die Möglichkeit des Sprechtages in wenigen Tagen nicht mehr gegeben sein wird. Die Entscheidung hatte auch bei Verwaltung und Bevölkerung gleichermaßen für Unmut gesorgt.

Angebot offenbar zu wenig genutzt

Seit November 2014 steht eine Mitarbeiterin den Ratsuchenden in Friedland mindestens einmal die Woche zur Seite. „Doch das Angebot wird immer weniger oder nur zur Abgabe von Unterlagen genutzt“, teilt die AOK Nordost dem Nordkurier jetzt mit. Die Angebote sollen so gut wie möglich auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden eingehen und man habe festgestellt, dass – der gesellschaftlichen Entwicklung entsprechend – die meisten Versicherten vermehrt das Internet, E-Mails oder auch das Service-Telefon nutzen, so die Krankenkasse.

Bei Letzterem ließen sich zudem bei Bedarf auch Hausbesuche vereinbaren. Das stünde selbstredend auch den Friedländer Kunden offen, schreibt das Unternehmen weiter. Darüber hinaus können diese ja von Montag bis Freitag nach Neubrandenburg fahren.

Ungünstigerweise sind die Angebote des Unternehmens an seine Kunden exakt die, die ein Großteil der Friedländer abzulehnen scheinen. Zumindest gegenüber dem Nordkurier gab niemand an, das Service-Telefon, das Internet zu nutzen oder Lust zu haben, künftig für Beratung nach Neubrandenburg kommen zu müssen.

„Amtsgebiet Friedland darf nicht unbesetzt bleiben“

Auch zu einem möglichen Verbleib hat sich die Krankenkasse jetzt geäußert. Man sei in Gesprächen über mögliche Beratungsflächen, heißt es. „Unser Ziel ist es, ein monatliches Beratungsangebot direkt im Rathaus mit dem Bürgermeister zu vereinbaren“, schreibt die AOK Nordost. Dem habe man übrigens bereits im Mai mitgeteilt, dass man den Standort im September verlassen wolle.

Doch Friedlands Bürgermeister Wilfried Block (parteilos) widerspricht vehement: „Es hieß zunächst ganz klar, dass sie die Räume zum 31. Dezember verlassen müssen“, so der Verwaltungschef. Erst im August sei dann plötzlich von Mitte September die Rede gewesen. Unabhängig vom Ausgang der Besichtigung am Freitag sei die zuständige AOK-Mitarbeiterin für Dienstag vom Amtsvorsteher Frank Nieswandt (Die Linke) eingeladen worden, so Block. An diesem Tag findet um 17.30 Uhr die Amtsausschusssitzung im Rathaus statt. „Galenbeck und Datzetal sind von der AOK-Entscheidung ja auch betroffen“, so der Bürgermeister, der noch einmal betont: „Das Amtsgebiet Friedland darf nicht einfach unbesetzt bleiben.”

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