Polnische Grenze

Lkw-Fahrer soll eine Million Euro Strafe für Zigaretten-Schmuggel zahlen

Erst im August ging der Mann der Bundespolizei bei Pomellen ins Netz - weil er eine Rekord-Menge an Zigaretten schmuggelte, hat er nun enorme Steuerschulden beim deutschen Fiskus.
Am Neubrandenburger Amtsgericht ist ein Zigarettenschmuggler zu einer Freiheitssstrafe verurteilt worden.
Am Neubrandenburger Amtsgericht ist ein Zigarettenschmuggler zu einer Freiheitssstrafe verurteilt worden. Christian Charisius
Neubrandenburg

Die Strafe folgte ganz schnell auf dem Fuß: Weil ein polnischer Lkw-Fahrer Mitte August in Pomellen bei dem Versuch, sensationelle 5,5 Millionen unversteuerte Zigaretten nach Deutschland zu schmuggeln, erwischt wurde, hat ihn jetzt das Neubrandenburger Amtsgericht verurteilt. Zwei Jahre und drei Monate muss der Mann wegen Steuerhinterziehung hinter Gitter.

Und, besonders bitter für ihn: Weil der Steuerschaden mehr als 987.000 Euro betragen hätte, muss der Mann genau diese Summe dem deutschen Fiskus erstatten – so verlangt es das Gesetz. Das bedeutet: Alles, was der Lkw-Fahrer künftig über den Selbsterhalt hinaus verdienen wird, fließt in Richtung Deutschland. Sein Lohn für den Schmuggeldienst betrug übrigens gerade mal 5000 Zloty, das sind etwa 1100 Euro.

Zigaretten waren für skandinavischen Markt

Die Riesenladung unversteuerter Zigaretten war von Mitarbeitern des Zolls am Grenzübergang in Pomellen während einer Routinekontrolle entdeckt worden. „Der größte Aufgriff seit langer Zeit”, sagte ein Sprecher des zuständigen Hauptzollamtes in Stralsund dem Nordkurier. Zum Vergleich: In dem Corona-Jahr 2020, als zeitweise die deutsch-polnische Grenze dicht war, fanden Zöllner nur 47.000 Schmuggel-Zigaretten.

Die Millionen-Fracht auf dem polnischen Lkw war für Abnehmer auf dem skandinavischen Markt vorgesehen. Über die Hintermänner der organisierten Kriminalität sagte der verurteilte Lkw-Fahrer nichts. Verständlich, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Schließlich will der Steuersünder nach der Verbüßung seiner Haft auch mit heiler Haut wieder bei seiner Familie ankommen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage

Kommentare (4)

dass der Zigarettenschmuggel verwerflich ist und ja wohl auch eine Straftat darstellt, ist das Urteil ein kompletter Unfug.
Ein Lkw-Fahrer soll eine Million zahlen.
Ebenso gut könnte man verlangen, er sollte in einem Ballon zum Mond fliegen.
Ich frage mich, welcher Richter denn da völlig aus der Realität gefallen ist.
Aber im öffentlich bediensteten Richteramt braucht man eben nicht bei Schiet und Dreck mit einem Gaskocher unter einer Plane am Palettenstauraum des Lkw sitzen und sich seine Dosensuppe aufwärmen.
Greift lieber die, die diese Art von Kriminalität organisieren und die, die sie erst möglich machen!

Wenn Politiker, aus welchen Gründen auch immer, auf 100 Millionen Steuereinnahmen verzichten, werden sie Bundeskanzler. Der LKW Fahrer hat den Schaden, mehr als 2 Jahre Gefängnis, die Zigaretten haben dem Staat keinen Schaden zufügen können, weil sie vernichtet wurden, da hatte er wohl Strafe genug.

Tja,der Fahrer hätte ja reden können. Pech gehabt

... halte das Urteil durchaus für nachvollziehbar. Der Richter hat lediglich den Steuerschaden als Strafe verhängt. Bei 5,5 Mill Zigaretten und ein Steuerschaden von 18 Cent pro Zigarette ergibt das genau diese Summe. Darüber hinaus ist er bereits einschlägig bekannt bei der Staatsanwaltschaft. Also kein Ersttäter.