ZWEI VERLETZTE

Männer nach Messerattacke auf freiem Fuß

Die Auseinandersetzung zwischen zwei Kontrahenten - darunter der selbst ernannte „Boss von Neubrandenburg“ - endete für beide im Krankenhaus, aber nicht vor dem Haftrichter. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter.
Das lebensgefährlich verletzte Opfer der Messerstecherei wurde am Montag noch im Klinikum Neubrandenburg behandelt und stand unter Polizeibewachung.
Das lebensgefährlich verletzte Opfer der Messerstecherei wurde am Montag noch im Klinikum Neubrandenburg behandelt und stand unter Polizeibewachung. Mirko Hertrich
Neubrandenburg ·

Nach der Messerstecherei mit zwei Schwerverletzten in der Neubrandenburger Oststadt bleiben die beiden Kontrahenten auf freiem Fuß. Dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen zufolge ergebe sich bei beiden Männern „kein hinreichender Tatverdacht“ auf versuchten Totschlag, wie die Sprecherin der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft, Beatrix Heuer, dem Nordkurier sagte.

Daher stelle ihre Behörde keinen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls. Das heiße aber nicht, dass gegen die Männer im Alter von 31 und 39 Jahren nicht weiter ermittelt würde. Vielmehr seien jetzt weitere Schritte notwendig, wie etwa Spurenauswertung und Vernehmung von Zeugen, führte die Sprecherin an. Dann könne man abschließend sagen, ob sich der Tatverdacht begründen lasse oder nicht.

Kontrahenten gingen sofort laut Zeugen aufeinander los

Die beiden Männer waren am frühen Samstagabend an einem Supermarkt in der Einsteinstraße aneinandergeraten, dabei sollen ein Messer sowie ein Baseballschläger zum Einsatz kommen sein. Der 39 Jahre alte Deutscher wurde lebensgefährlich verletzt. Der andere Beteiligte ist der 31-jährige Berliner Rocker Ali S., der selbst ernannte „Boss von Neubrandenburg“.

Bei der Auseinandersetzung trugen sowohl der Rocker als auch sein Kontrahent mehrere Schnitt- und Stichverletzungen davon. Der Ältere musste notoperiert werden. Sein Gesundheitszustand hat sich inzwischen stabilisiert. Er wurde am Montag weiter im Neubrandenburger Klinikum behandelt, ebenso wie der Rockerboss, der sich Schnittverletzungen an der Hand zuzog. Die Polizei bewachte offenbar beide Männer. Vor dem Klinikum stand ein Polizeiwagen.

39-Jähriger soll rechter Szene angehören

Ablauf sowie Hintergrund der Tat sind weiterhin unklar. Der 31-Jährige S. schrieb einen Tag nach der Tat auf Facebook, dass er aus Notwehr gehandelt habe. Er gab an, aus dem Nichts heraus angegriffen worden zu sein. Zeugen der Tat, die sich bei Nordkurier gemeldet hatten, schilderten, die beiden Männer seien aufeinandergetroffen und dann sofort aufeinander losgegangen.

Zum Hintergrund des 39 Jahre alten Tatverdächtigen machte die Staatsanwaltschaft am Montag keine Angaben. Ein Angehöriger des 31-Jährigen sagte dem Nordkurier, seinem Bruder sei möglicherweise aufgelauert worden. Der Angreifer sei zudem zwei Köpfe größer gewesen als sein Bruder und habe diesen mit einem Baseballschläger attackiert. Nordkurier-Leser schreiben in sozialen Netzwerken, dass es sich bei ihm um einen bekannten Angehörigen der rechten Szene in Neubrandenburg gehandelt haben soll.

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Kommentare (9)

Wenn es sich so wie beschrieben abgespielt hat, kann keiner von beiden Notwehr in Anspruch nehmen - beide hatten die Chance, dem anderen auszuweichen. Das Signal des Rechtsstaats geht vermutlich wieder ins Leere. Folgt Verhandlung und Strafe erst nach Monaten (der potentielle Haftantritt vielleicht noch später) - dann gilt das Recht der Straße, nicht des Staates. Das macht Extremisten aller Couleur stärker. Demokratie muss wehrhaft bleiben. Gesetze gilt es bei Währung der Rechtsstaatlichkeit um- und nicht auszusetzen. Die Leidtragenden sind die Menschen in den Quartieren.

... zwei gesucht und gefunden. Glauben Sie wirklich, diese Leute suchen Sie oder mich, um sich zu raufen? Wir sind gar nicht deren Kragenweite.

Ich meine: Wenn Kinder so etwas sehen sind sie auch Leidtragende. Ich geben Ihnen Recht: wir s entsprechen nicht deren Kragenweite. Aber spielt das immer eine Rolle? Link:https://www.bz-berlin.de/tatort/unfassbar-rechter-poebler-uriniert-auf-kinder-in-der-s-bahn

für ne räuberpistole und der nordkurier mitten drin was mich hier überhaupt nicht wundert das wieder die nazis mitspielen:-))) wie auch anders
Und dann wurde el caprisonne vom neurodermitis mc aufgelauert bestimmt kam der 2 m nazi aus dem gebüsch gekrochen wo er schon zwei tage auf den armen ausländischen mitbürger gewartet hat
ehrencodex rocker keine polizei keine presse....
gut das hält el caprisonne sicher etwas anders und mit dem nordkurier hat er ja das richtige revolverblatt
bin gespannt wie es weiter geht wenn die nazischiene glatt ist werden es bestimmt irgendwelche alien sein die sich seit 1975 schon im ihlenpool versteckt haben weiter so nordkurier morgen kaufen wir wieder ihr revolverblatt:-))))))

der beste Leserkommentar seit Jahren. Vielen Dank!!!

Genau so erodiert der Rechtsstaat, die "wehrhafte" Demokratie, der Vertrauen in Verwaltung, Politik und Behörden immer weiter. Da stechen zwei aufeinander ein. Anstatt das mal aufzuklären, werden beide wieder auf die Bevölkerung losgelassen. Staatsversagen, wohin man schaut!

Der 39 Jährige ist bekannt wie ein bunter Hund aus der Oststadt und das er stets und ständig Ausländer anfeindet. Er hat genug Anzeigen wegen Körperverletzung usw. Ich denke hier sollte man genau hinschauen denn der Typ ist auch krank.

Ihre Vermutungen sind nicht Bestandteil dieses Artikel und sollten auch nicht Gegenstand der fortlaufenden Betrachtungen sein. Für ihre Vermutungen und Aussagen sollten Sie sich schämen.

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