GEFAHR

Mangelnder Brandschutz in Neubrandenburger Grundschule

Die CDU drückt in Sachen Brandschutz für die Grundschule Süd auf die Tube – und rennt bei allen Beteiligten offene Türen ein. Probleme gibt es trotzdem.
Die Grundschule Süd bekommt aller Voraussicht noch in diesem Jahr eine Außentreppe, die im Brandfall benutzt werden
Die Grundschule Süd bekommt aller Voraussicht noch in diesem Jahr eine Außentreppe, die im Brandfall benutzt werden kann. Paulina Jasmer
Neubrandenburg.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Diana Kuhk hat während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses in Neubrandenburg mit Nachdruck eine Lösung für die Grundschule Süd gefordert. Sie sprach damit den mangelnden Brandschutz an, der bereits Thema in Ausschüssen und auch während der vergangenen Stadtvertretersitzung war. Schüler aus acht Klassenräumen müssten im Ernstfall über nur eine einzige Treppe nach draußen kommen – eine ziemlich gefährliche Situation.

So könne das nicht weitergehen

„Wir sind keine Experten im Brandschutz, aber es muss eine Lösung her“, sagte sie. Im Namen der Fraktion führte sie eine Außentreppe ins Feld, die an- und abbaubar sowie wiederverwendbar sei. Womöglich wäre gar Unterricht auch in vorläufigen Containern denkbar, bis es eine Lösung gebe. Aber „wir wollen da keine Luft mehr ranlassen“, sagte sie. Auch CDU-Mann Hans-Jürgen Schwanke machte die Brisanz der Lage deutlich: „Wir haben den Hut auf für den Laden. Eine kurzfristige Lösung zum Thema müsste wie aus der Pistole geschossen kommen“, sagte er. So könne das nicht weitergehen.

Dem schloss sich Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) an und erwiderte: „Kein Mitarbeiter hat das auf die leichte Schulter genommen.“ Es sei eine Lösung in Gang gesetzt worden, allerdings seien auch bei solch drängenden Angelegenheiten Verfahrenswege einzuhalten. Nach jetzigen Planungen soll es in der Tat eine Außentreppe geben. Mithilfe eines Gerüstbauers – der auch schon vor Ort war – soll eine Treppe in einzelnen Modulen aufgebaut werden, heißt es aus der Pressestelle des Rathauses auf Nordkurier-Nachfrage. Noch stehe die Baugenehmigung aus. Plan sei, dass die Treppe noch in diesem Jahr steht.

Schule platzt aus allen Nähten

Doch nicht nur das Thema Brandschutz brannte der CDU offenbar unter den Nägeln. Diana Kuhk holte weiter aus. Sie wünschte sich Einblicke in die genaue Verfahrensweise, was einen Schulneubau betrifft. Denn der jetzige Standort platzte aus allen Nähten. Die CDU-Fraktionsvorsitzende brachte den Standort der jetzigen Schwimmhalle ins Spiel – der wiederum Teil der Machbarkeitsstudie für einen Schwimmhallenneubau ist, die die Stadt in Auftrag gegeben hat.

Hierbei drücke Oberbürgermeister Witt allerdings auf die Bremse. Was Neu- oder Umbauten betreffe, gebe es auch andere Wünsche. Er sprach von Fairness und nannte die Grundschule West, die in den vergangenen Jahren eine große Verantwortung gehabt hätte, als Übergangsquartier für die Regionalschule Nord. Der Verwaltungschef plädierte hinsichtlich möglicher Standorte und Neubauten für Geduld. Denn die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Schwimmhalle sollen aller Voraussicht nach Anfang 2021 vorgestellt werden. Gäbe man jetzt eine Planung allein für die Grundschule Süd in Auftrag, lägen die Kosten im mittleren sechsstelligen Bereich.

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Kommentare (1)

...wie schnell jahrelang hingenommene Missstände plötzlich derart wichtig zu sein scheinen. Herzlichen Glückwunsch an ALLE die bisher gepennt haben.