FLUGZEUG-MUSEUM IN NEUENKIRCHEN

Mann wegen Umgang mit Kriegswaffen verurteilt

Der erste Gerichtstermin fiel wegen der Corona-Pandemie aus. Nun musste sich der Chef des Interessenvereins Luftfahrt aus Neuenkirchen vor Gericht verantworten. Der 57-Jährige hatte auf dem Vereinsgelände unter anderem Bordgeschütze und Flugzeugkanonen ausgestellt.
Das Gelände des Luftfahrt-Vereins aus der Vogelperspektive.
Das Gelände des Luftfahrt-Vereins aus der Vogelperspektive. Ralf Hinkemeyer
Neubrandenburg.

Wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und fahrlässigen Umgangs mit Waffen und Munition hat das Neubrandenburger Amtsgericht am Dienstag einen 57-jährigen Mann aus Neuenkirchen bei Neubrandenburg zu einer Geldstrafe in Höhe von 2700 Euro verurteilt.

Dem Angeklagten, Vorsitzender des Interessenvereins Luftfahrt in Neuenkirchen, wurde vorgeworfen, vier Bordgeschütze, zwei alte Gewehre und einige Patronen nicht ordnungsgemäß demilitarisiert zu haben.

Urteil ist rechtskräftig

Nach Ansicht eines Sachverständigen hätten die Waffen mit einigem Aufwand und Fachwissen wieder schussfähig gemacht werden können. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Auf dem Vereinsgelände in seinem Heimatdorf soll der 57-Jährige unter anderem Bordgeschütze und Kanonen von Flugzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt haben. Einzelne Exponate sollen nicht ordnungsgemäß demilitarisiert worden sein. Zudem befanden sich, so die Anklage, noch gebrauchsfertige Repetiergewehre aus dem Ersten Weltkrieg und Munition unter den Ausstellungsstücken.

Kanonen mit Beton ausgegossen

Über die Vorwürfe zeigte sich der Neuenkirchener schon vor dem ersten Termin, der den Corona- Schutzmaßnahmen zum Opfer fiel, fassungslos. Denn angesichts des Alters und des Zustands der Ausstellungsstücke bezweifelt der Vorsitzende des 1998 eingetragenen Vereins deren Kriegswaffeneigenschaften.

Nur ein Beispiel: Die Läufe der „angeklagten“ Bordkanonen seien mit Beton ausgegossen, den aber, so hieß es, könne man „herauspulen“, und schon wären die Kanonen fast wieder einsatzbereit. Zusätzlich hätte der Aussteller die Läufe noch durchbohren müssen. „Da fasse ich mir doch an den Kopf“, sagt der Angeklagte und hält die ganze Angelegenheit für völlig überzogen. Zumal er einige der Exponate ganz offiziell in einschlägigen Geschäften gekauft hat.

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Kommentare (4)

Hoffentlich schreckt das Urteil ab.
Waffen gehören auf den Schrott. Und nicht in irgendwelche halb privaten Pseudomuseen...

Was soll da abschrecken.

und Dummheit sind der Ursprung allen Übels!

Da werden die echten Verbrecher in der Stadt laufen gelassen und er wird verurteilt für nichts? Es wird Zeit zu überprüfen welche Beamten noch für unser Land tragbar sind. Grade diese Richterin ist für ihre parteilichen Urteile bekannt, sowas darf kein Richter sein.