Altentreptower Kleingartenvereine können eine einmalige Anschubfinanzierung von 500 Euro bei der Stadt zu beantragen, um
Altentreptower Kleingartenvereine können eine einmalige Anschubfinanzierung von 500 Euro bei der Stadt zu beantragen, um Wasser- und Stromversorgung zu modernisieren. Angelika Warmuth
Wasser- und Stromversorgung

Marode Leitungen bescheren Kleingartenvereinen Geldsorgen

Die Versorgung mit Strom und Wasser stellt Kleingartenvereinein Altentreptow vor Herausforderungen. Die Stadt ist als Verpächter zwar nicht dazu verpflichtet, will aber trotzdem helfen.
Altentreptow

Es ist nicht nur der zunehmende Leerstand, mit dem die zehn noch existierenden Kleingartenanlagen in der Tollensestadt seit Jahren zu kämpfen haben. Mitunter hapert es auch an Kleinigkeiten, die für die Bewirtschaftung der grünen Paradiese aber unverzichtbar sind. So hatten in den vergangenen Wochen einige Vereine das Gespräch mit der Altentreptower Verwaltung gesucht, weil sich die auf den Grundstücken liegenden Versorgungsleitungen in einem schlechten Zustand befinden oder überhaupt nicht mehr funktionieren. „Die Stadt ist zwar Verpächter der Anlagen, jedoch vertraglich nicht für die Modernisierung oder Erneuerung von Elektro- und Wasserversorgungsanlagen zuständig“, machte indes Bürgermeisterin Claudia Ellgoth beim jüngsten Hauptausschuss unmissverständlich klar.

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Eigenanteil ist das Problem

Jeder Verein habe aber die Möglichkeit, einen Antrag auf finanzielle Unterstützung zu stellen. Immerhin könnten bei Bewilligung der Mittel bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben übernommen werden, wie aus der Förderrichtlinie für das Kleingartenwesen in MV hervorgeht. Allerdings müssen die Vereine dann im Gegenzug auch einen Eigenanteil bereitstellen, um überhaupt antragsberechtigt zu sein – und genau da liegt das Problem.

Einmalige Zahlung

„Die Vereine, die es derzeit betrifft, haben leider versäumt, Rücklagen zu bilden, obwohl sie vom Vorstand regelmäßig darauf hingewiesen wurden. Ihnen war wahrscheinlich nicht bewusst, dass der Pachtvertrag keinen Rundumschutz bietet und die Stadt eben nicht für sämtliche anfallende Kosten aufkommt“, betonte Stadtvertreter Heiko Werner (SPD), der gleichzeitig Vorsitzender des Regionalverbands Kleingartenfreunde „Landkreis Demmin 1995“ ist. Allerdings möchte die Verwaltung die betroffenen Kleingärtner jetzt nicht einfach im Regen stehen lassen. „Wir schlagen vor, jedem Verein einmalig eine Anschubfinanzierung in Höhe von 500 Euro zur Verfügung zu stellen, damit sie die Chance erhalten, zusätzliche Fördermittel beantragen zu können. Das Geld muss auch nicht zurückgezahlt werden, damit ist das Thema von unserer Seite aus aber endgültig vom Tisch“, stellte die Rathauschefin klar.

Finanzspritze muss beantragt werden

Um die Zuwendung in Anspruch nehmen zu können, muss vorher ein schriftlicher Antrag im Fachgebiet Bau/Gebäude- und Liegenschaften gestellt werden, dem zusätzlich ein Kosten- und Finanzierungsplan für die neuen Versorgungsleitungen beiliegt. Für den Fall, dass die Vereine die Finanzspritze nicht gleich in diesem Jahr investieren wollen, könnten die erforderlichen Unterlagen auch zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden. Die 500 Euro sind spätestens bis zum 30. November abzurufen. Ausgenommen von der Zuwendung ist der Kleingartenverein Waidmannslust, da er dem Regionalverband Neubrandenburg angehört, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Mehraufwendungen von 4500 Euro, die so nicht im Haushalt 2022 eingeplant waren, ließen sich mit Mitteln aus zwei anderen Produktsachkonten decken, hieß es. Der Hauptausschuss hat diesen Vorschlag bereits einstimmig zur Beschlussfassung an die Stadtvertretung empfohlen. Am 14. Juni soll die endgültige Entscheidung fallen.

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