Termin steht

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Marx-Denkmal rückt an den Engelsring in Neubrandenburg

Das Fundament für die Aufstellung des Denkmals am Schwanenteich ist bereitet. Jetzt kann der alte Marx kommen - und er kommt auch.
Das Fundament für die Aufstellung des Denkmals am Schwanenteich ist bereitet. Jetzt kann der alte Marx kommen – und er kommt auch.
Thomas Beigang

In der Debatte um das seit 18 Jahren im Dunklen verweilende Karl-Marx-Denkmal von Neubrandenburg werden jetzt Tatsachen geschaffen: Ein Termin, an dem die Skulptur wieder aufgestellt werden soll, steht fest.

Noch bevor der November 2018 verstrichen ist, soll das Marx-Denkmal in Neubrandenburg nach 18 Jahren im Dunklen wieder ins Tageslicht rücken. Am 29. November, wenn alles gut geht, wird das 2,20 Meter hohe und rund eine Tonne schwere Denkmal wieder aufgestellt sein.

Aber weder an seinem ursprünglichen Standort – dort gedeiht seit 20 Jahren das Marktplatz-Center – noch an der Bibliothek, wo es bis 2001 gestanden hatte, soll die Skulptur ihre Auferstehung feiern. Marx’ künftiger Platz ist nach dem Willen von Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) eine Grünfläche am Schwanenteich. Von hier kann der alte Philosoph gut auf den Friedrich-Engels-Ring blicken. Die alten Freunde wären also symbolisch wieder fast vereint.

Letzte Reise nach Waren

Bevor das schwere Denkmal allerdings fest in seinem neuen Fundament verankert wird, mussten noch einige Anpassungsarbeiten am Fuß des Denkmals erfolgen. Marx hat sich deshalb schon vor einigen Tagen auf seine letzte Reise nach Waren begeben. In einer Fachwerkstatt werden dort die vorbereitenden Arbeiten erledigt, so hieß es am Donnerstag auf Nachfrage in der Stadtverwaltung.

Mit der Wahl des Standortes nach jahrelanger Diskussion hat sich der Oberbürgermeister nicht nur Freunde gemacht – in Briefen an den Nordkurier haben zahlreiche Leser aus ihrem Unwillen darüber keinen Hehl gemacht. Es gab aber auch die anderen, die sich froh darüber zeigten, dass Marx nun endlich wieder aus dem Depot der Wohnungsgesellschaft ausziehen darf.

Viele Vorschläge verworfen

Denn – noch immer wird die Skulptur in der städtischen Denkmalliste geführt – mit der Verpflichtung, sie öffentlich zugänglich zu machen. Die Vorschläge aus dem Frühjahr, das Denkmal im Hof der Kunstsammlung oder am Museum aufzustellen, sind jedenfalls auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet.

Die eingeschränkte öffentliche Zugänglichkeit und gestalterische Bedenken, so hieß es, erwiesen sich als nachteilig für diese möglichen Standorte. Durchgefallen war schon lange ein Vorschlag des Oberbürgermeisters, das Denkmal liegend „in der Schwebe“ der Öffentlichkeit zu präsentieren. Nicht zuletzt das Veto der Erben des Erschaffers der Statue, des Bildhauers Gerhard Thieme, machte dem Plan einen Strich durch die Rechnung.

Die Kosten, die sich aus dem Aufstellen des Denkmals ergeben, muss die Stadt nur zum Teil aus eigener Tasche bezahlen. Denn schon im Sommer erklärte sich eine Neubrandenburger Familie bereit, der Stadt 10.000 Euro zu spendieren. Nur eine einzige Bedingung knüpften die Spender an ihre Gabe: Das Geld solle ausschließlich für die Wiederaufstellung des Denkmals verwandt werden.