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„Mehr als fünf Stunden brauchte noch keiner“

Das Ehepaar Kretschmer öffnet für die Pilger die Türen des Pfarrhauses.  FOTOs (3): I. Nehls

VonIngmar NehlsDas erste Quartier auf dem Pilgerweg halten Helga und Mathias Kretschmer für die Wandermüden bereit. Seit zehn Jahren lebt der Pastor in ...

VonIngmar Nehls

Das erste Quartier auf dem Pilgerweg halten Helga und Mathias Kretschmer für die Wandermüden bereit. Seit zehn Jahren lebt der Pastor in Staven.

Staven.Sie stellen das erste Quartier auf der Strecke. „Wir merken immer, an was die Leute beimPacken nicht gedacht haben“, sagt Mathias Kretschmer schmunzelnd. Der 41-jährige Pastor der Evangelisch-lutherischen Emmaus-Kirchgemeinde und seine Frau öffnen seit Eröffnung des Pilgerweges das Pfarrhaus für die Pilger. Das blau-gelbe Pilgerschild mit der Muschel hängt gut sichtbar neben der Tür des 200 Jahre alten Pfarrhauses.
Ungefähr 30 Pilger hat das Ehepaar Kretschmer schon beherbergt, in diesem Jahr allerdings noch keinen. „Die Menschen kommen verstreut über das Jahr. Manche melden sich ganz kurzfristig an“, sagt Helga Kretschmer. Auf dem Dachboden warten zwei kleine Zimmer, in denen fünf Leute gut unterkommen. Die Zimmer sind schlicht eingerichtet. Das Gästebad und die Gemeindeküche können mitgenutzt werden. Eine Dusche und Warmwasser gibt es nicht. Bei einer größeren Gruppe können die Pilger Isomatten im Gemeinderaum im Erdgeschoss auslegen.

Die Zeichen
stehen auf Bleiben
Die meisten Pilger kommen am Wochenende zu den Kretschmers nach Staven. „Länger als fünf Stunden hat noch keiner für die gut zwölf Kilometer lange Etappe gebraucht“, sagt Helga Kretschmer, die aus Rumänien kommt und erst 2007 nach Staven zu ihrem Mann zog. Wer bei dem netten Ehepaar unterkommen will, sollte vorher anrufen, denn als Dorfpastor von insgesamt
17 Orten ist der
41-Jährige viel unterwegs.
Vor zehn Jahren hat Mathias Kretschmer, der aus Südbrandenburg kommt und sein Vikariat in Röbel absolvierte, die Pfarrstelle in Staven übernommen. „Jetzt ist der Zeitpunkt erreicht, wo man gefragt wird, ob es hier weitergehen soll. Die Zeichen stehen aber auf Bleiben“, sagt Kretschmer. Zu dem Pfarrhaus unweit der 700 Jahre alten Feldsteinkirche gehört auch ein großer Garten. Hier könne jeder seine Lieblingsecke finden, so Kretschmer.

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i.nehls@nordkurier.de