Neubrandenburger Kinderarzt
"Mehr Menschen stehen dem Impfen kritischer gegenüber"

Weltweit stehen immer mehr Menschen dem Impfen skeptisch gegenüber. Doch dadurch können sie ihre Mitmenschen gefährden.
Weltweit stehen immer mehr Menschen dem Impfen skeptisch gegenüber. Doch dadurch können sie ihre Mitmenschen gefährden.
Fredrik von Erichsen

Weltweit steigt die Zahl der Impfgegner. Auch in Neubrandenburg können Kinderärzte ein Lied davon singen. Kann eine Impfpflicht helfen?

In Costa Rica sind vor wenigen Wochen zum ersten Mal seit fünf Jahren die Masern ausgebrochen, weil ein französisches Touristenpärchen ihren kleinen Sohn nicht geimpft hatte. Laut der polnischen Nachrichtenagentur IAR hat es in den ersten zwei Monaten von 2019 in Polen bereits mehr Fälle der Infektionskrankheit gegeben als im ganzen letzten Jahr. Und Unicef warnte vergangene Woche, in 98 Ländern habe es 2018 einen Anstieg der Masernerkrankungen gegeben. Der Grund: Weltweit treten immer mehr Impfgegner auf den Plan. Gibt es die bei uns auch?

Wird in unterschiedlichen Kinderarztpraxen in Neubrandenburg nachgehakt, kommt bei allen die gleiche Antwort: „Ja, mit denen hatten wir schon zu tun.“ Auch der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, Dr. Sven Armbrust, pflichtet den Kolleginnen bei: „Gefühlt nimmt es etwas zu. Mehr Menschen stehen dem Impfen und den Inhaltsstoffen in den Impfungen kritischer gegenüber.“

Argumente der Impfgegner entkräftet

Beruhigend ist aber erst mal: Mecklenburg-Vorpommern sei laut Armbrust immer noch eines der führenden Bundesländer, wenn es um die Grundimpfungen geht. Das sei wichtig, um die Gesundheit aller zu garantieren: „Wenn mindestens 95 Prozent aller Menschen im Umkreis geimpft sind, entsteht ein sogenannter Herdenschutz. Dadurch sind gleichzeitig die Personengruppen geschützt, die nicht geimpft werden können.“

Trifft er auf impfkritische Menschen, wird Sven Armbrust immer wieder mit den gleichen vermeintlichen Argumenten konfrontiert: „Die Krankheit gäbe es nicht mehr, die Inhaltsstoffe wären schädlich, oder die Krankheiten wären harmlos.“ Der Kinderarzt sagt: „Diese Argumente kann ich leicht entkräften“, und erklärt: „Masern oder andere Infektionskrankheiten steigen weltweit wieder. Die Aluminium- und Quecksilbermengen in einer Impfung sind so gering, dass sie weniger als ein Prozent der Dosis ausmachen, die man im Leben aufnimmt. „In einer Fertiggericht-Dose sind mehr Schadstoffe drin“, sagt er. Und die vermeintlich harmlose „Kinderkrankheit“ Masern tötete 2017 laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit mindestens 110 000 Menschen, die meisten davon unter fünf Jahren.

Arzt sieht Impfpflicht zweischneidig

Auch die Behauptung, dass Impfungen Autismus verursachen könnten, wurde mittlerweile schon oft widerlegt: Erst vergangen Dienstag haben dänische Forscher eine große Studie über den MMR-Impfstoff (Masern, Mumps, Röteln) veröffentlicht. Bei dieser verfolgten sie die Krankheitsgeschichte von über 650 000 Kindern und stellten fest, dass die Impfung das Autismusrisiko nicht auslöst oder erhöht. „Die Verunsicherten oder Kritischen kann ich mit diesen stichhaltigen Argumenten überzeugen. Doch dann gibt es eben auch einige wenige, die Verschwörungstheoretiker und wahre Impfgegner sind, und mir deshalb so oder so nicht glauben“, gibt Sven Armbrust zu.

Er könne aber niemanden zur Impfung zwingen. Eine generelle Impflicht sieht er zweischneidig: „Einerseits wäre diese für die Gesundheit des Kindes und das Gemeinwohl wichtig. Andererseits sollte man die Wahlfreiheit der Menschen nicht noch mehr einschränken.“ In der Politik sind die Parteien sich ebenfalls uneins: Die SPD fordert eine verpflichtende Impfung, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will noch abwarten – und die Grünen sind dagegen.

 

 

Kommentare (4)

Impfgegner? Kein Problem. Datenmäßig erfassen und im Krankheitsfall die komplette Behandlung bezahlen lassen.

Bei dem 0 Verbraucheschutz in Deutschland, sollte man die Ziele der Pharmaindustrie nicht mehr unterstützen. Ihre mit Quecksilber und Nanobots verseuchten Spritzen braucht kein gesunder Mensch. Viele Kinder die mit dem Quecksilber vermischten Zeug geimpft werden, bekommen später Autismus. Die Autismus-Quote bei Kindern hat sich in den letzten Jahren verdreifacht. Und wer spricht eigentlich von den anderen Spritzen in der Tierhaltung? Dort wird ebenfalls nur so Antibiotika reingeballert was das Zeug hält. … [gelöscht, bitte halten Sie sich an die Netiquette! d. Red.] … Tötet die Pharmaindustrie und ihre raffgierigen Absichten!

Impfgegner ein eine Bedrohung. Ich würde sogar sie als asoziale Bezeichnen die von öffentlichen Bereichen wie Schulen, Kindereinrichtungen ausgeschlossen werden sollten. Ein kleiner Pieks ist nicht schlimm, und bei zunehmenden Antibiotika resistent heute noch wichtiger.

Impfgegner ein eine Bedrohung. Ich würde sogar sie als asoziale Bezeichnen die von öffentlichen Bereichen wie Schulen, Kindereinrichtungen ausgeschlossen werden sollten. Ein kleiner Pieks ist nicht schlimm, und bei zunehmenden Antibiotika resistent heute noch wichtiger.