Lothar Schmidt (CDU) leitete die Diskussion über den Beinamen der Stadt bei der Kulturausschusssitzung.
Lothar Schmidt (CDU) leitete die Diskussion über den Beinamen der Stadt bei der Kulturausschusssitzung. Matthias Lanin
Namensdiskussion

Mehr Zeit für Suche nach Beinamen verlangt

Der Kulturausschuss der Neubrandenburger Stadtvertretung kritisiert wildes Vorpreschen der Verwaltung beim Thema Beinamen. Zwar sei Bürgerbeteiligung eine gute Sache, doch man müsse es auch richtig machen.
Neubrandenburg

Der Kulturausschuss der Stadtvertretung hat bei seiner jüngsten Sitzung ein Thema auf den Beratungstisch gehoben: der geplante Beinamen der Stadt Neubrandenburg.

„Diese Diskussion müssen wir wirklich nicht inhaltlich führen. Denn egal, wen man auch fragt, unsere Stadt heißt die Viertorestadt oder Stadt der vier Tore oder so“, sagt Ulrike Dörnbrack von den Christdemokraten. Die Politiker scheuten allerdings eine Debatte, in der es um Abwägung oder Ausschluss irgendwelcher Vorschläge geht. Stattdessen bewegte viele fraktionsübergreifend der Prozess solch einer Namensbeigabe. Neubrandenburg würde ja nicht die erste Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern sein, die sich mit einem amtlichen Zusatz das Ortseingangsschild verziert.

Die Initiative komme vom Oberbürgermeister selbst, betont Kultur-Fachbereichsleiter Frank Renner. Denn zuerst müsse eine Stadt- oder Gemeindevertretung einen Beschluss über einen gewünschten Beinamen fassen. Dieser wird dann beim Innenministerium eingereicht und dort von der Rechtsaufsicht geprüft und bewertet. „Im Nachgang kann der Name dann genehmigt werden und kommt auf die Eingangschilder und die offiziellen Dokumente“, erläutert Renner. Er bezieht sich auf die Internetumfrage auf der Rathaus-Homepage. Diese diene lediglich dazu, den Willen der Bevölkerung abzubilden.

„Aber eben das geschieht mit einer Abstimmung nicht, die derart suboptimal gemacht ist“, antwortet Christoph Biallas (SPD). Auf der Internetseite wird nicht geprüft, von wo aus sich jemand einloggt. Insofern gebe die am Ende herauskommende Statistik zwar ein Meinungsbild wieder, doch das könne aus Deutschland oder der ganzen Welt stammen. Außerdem fehle ein System, das Mehrfachabstimmungen verhindert. Lothar Schmidt (CDU) gibt zu, dass er selbst noch nicht auf der Seite war und abgestimmt hat.

Für Biallas stellt sich die Frage, worum es bei der Idee eines Zweitnamens überhaupt geht. „Soll der touristisch wirken, welchen Aspekt in der Außenwirkung soll er betonen?“, fragt er in die Runde. Die Ausschussmitglieder stimmen dem Sozialdemokraten zu. „Ehrlicherweise muss man zugeben, dass Viertorestadt jetzt keinen Urlauber zu uns locken wird“, sagt Dörnbrack. Solche Dinge hätten im Vorfeld in aller Ruhe besprochen werden können, bevor man mit diesem Thema an die Öffentlichkeit geht, so undurchdacht, fasst Schmidt zusammen. „Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass uns niemand zur Eile bei dem Thema zwingt. Es wird ja sicherlich kein Wahlkampfthema sein“, fügt er hinzu. Deshalb wünsche sich der Vorsitzende des Kulturausschusses, dass die Namenssuche einen Neustart bekommt. Ein Meinungsbild sollte von der Verwaltung auf die richtige Art eingeholt werden, damit man ein repräsentatives Ergebnis bekomme.

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