Nur ganze Häuser im Angebot

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Mieter kommen beim Wohnungsverkauf nicht zum Zug

„Wohnungen zu verkaufen“, steht zwar an keinem Neubrandenburger Neubaublock. Aber wenn die Stadtvertreter es so beschließen, muss die Neuwoges Käufer für einige ihrer Wohnungen suchen.
„Wohnungen zu verkaufen“, steht zwar an keinem Neubrandenburger Neubaublock. Aber wenn die Stadtvertreter es so beschließen, muss die Neuwoges Käufer für einige ihrer Wohnungen suchen.
Tim Brakemeier

Wer Eigentum erwerben will, müsste bei der Neuwoges schon ein Angebot für ganze Häuser abgeben. Neubrandenburgs Oberbürgermeister weist indes darauf hin, dass weiter ein hoher Anteil der Wohnungen in der Stadt in kommunalem Besitz bleibt.

Der geplante Wohnungsverkauf in Neubrandenburg bedeutet für die Mieter in den betroffenen Häuser offenbar keine Chance auf einen Erwerb ihrer Wohnungen. „Ein Verkauf einzelner Wohnungen an die jetzigen Mieter oder private Immobilieninteressenten ist für die derzeit in der Diskussion stehenden Gebäude rechtlich ausgeschlossen, da sie nicht in Wohneigentum entsprechend des Wohnungseigentumsgesetzes aufgeteilt sind“, erklärt Matthias Trenn, Sprecher Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges), auf Nordkurier-Nachfrage. Die Wohnungen sollten auch nach dem Verkauf weiterhin dem Mietwohnungsmarkt zur Verfügung stehen.

Wenn die Stadtvertreter den Verkauf endgültig beschließen, würden potenziellen Kaufinteressenten nur ganze Wohnhäuser angeboten. Interessenten stehe es dabei frei, Angebote für ein oder mehrere Häuser abzugeben. Im Rahmen der Bewertung würden „neben den wirtschaftlichen Aspekten auch die Seriosität und die Referenzen der Kaufinteressenten berücksichtigt“, macht Matthias Trenn deutlich.

Nur 40 Prozent des Wohnungsbestandes in Privatbesitz

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt kann sich allerdings durchaus vorstellen, dass regionales Interesse an Häusern besteht. „Gerade in der aktuellen Marktsituation gibt es einige Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger, die Wohnraum zur Eigennutzung oder als Wertanlage erwerben möchten“,
vermutet er.

Witt könne die Sorgen der Mieter nachvollziehen, fordert aber eine sachliche Darstellung der geplanten Privatisierung. „Fakt ist, dass in Neubrandenburg rund 60 Prozent der Wohnungen in kommunaler oder genossenschaftlicher Hand sind.“ Dies sei selbst auf die neuen Bundesländer bezogen ein hoher Wert. „Beim Verkauf geht es um maximal fünf Prozent der kommunalen Wohnungen.“