MITTEL AUS BRÜSSEL

Millionen für Rampe an Demminer Straße

An der Nordseite der Demminer Brücke entsteht bald eine lang geplante neue Kreuzung. Das heißt auch: neue Bauarbeiten und Staus.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Wo jetzt noch eine Böschung und ein Parkplatz zu finden sind, sollen die Autos auf die Demminer Straße fahren können: Dafür entsteht neue Kreuzung mitsamt Ampelanlage. Der Baubeginn steht noch nicht fest.
Wo jetzt noch eine Böschung und ein Parkplatz zu finden sind, sollen die Autos auf die Demminer Straße fahren können: Dafür entsteht neue Kreuzung mitsamt Ampelanlage. Der Baubeginn steht noch nicht fest. Tobias Holtz
Neubrandenburg.

Mit der Fertigstellung des ersten Abschnitts der Neubrandenburger Ortsumgehung befürchten die Bewohner der Ihlenfelder Vorstadt mehr Durchgangsverkehr. Abhilfe soll eine Rampe von der Johannesstraße auf die Demminer Straße schaffen, für welche die Pläne schon seit Jahren in der Schublade lagen. Doch es fehlte das Geld. Nun hat das Land einen bereits zugesagten Millionenbetrag aus EU-Fördertöpfen fix gemacht.

Wie das Bauministerium in Schwerin verkündete, erhält die Viertorestadt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) rund 1,5 Millionen Euro für die verkehrstechnische Anbindung der Demminer Straße an die Johannesstraße. Die Stadtvertretung hatte schon im Mai 2018 mit großer Mehrheit grünes Licht für das Straßenbauvorhaben gegeben, nachdem das Land die Finanzierung zugesichert hatte.

„Johannesrampe“ soll zügigen Verkehr sichern

Die Ortsumgehung Neubrandenburg ist in zwei Baulose eingeteilt. Das Baulos 1 beginnt an der B 96 Süd und führt zum Knotenpunkt mit der B 104 Ost. Die Bauarbeiten sollen in diesem Jahr beendet sein. Das Baulos 2 beinhaltet den Abriss des Bahnüberganges Sponholzer Straße und den Bau einer Straßenüberführung mit Anschluss an die Johannesstraße. Auf dem sogenannten Haken soll der Verkehr dann ab 2020 rollen.

Spätestens dann fürchten Anwohner und auch Stadtvertretung, dass sich der Verkehr von und nach Norden massiv in die Wohngebiete der Ihlenfelder Vorstadt verlagert. Daher soll die Johannesstraße als innergemeindliche Hauptverkehrsstraße eine Verbindungsfunktion übernehmen – sozusagen ein zweiter Abschnitt „light“ der Ortsumgehung. Denn mit Beschluss des Bundestages zum Bundesverkehrswegeplan 2030 wurde der bis dato geplante zweite Bauabschnitt der Neubrandenburger Ortsumgehung als nicht wirtschaftlich eingestuft und damit auf Eis gelegt. Ursprünglich sollte die Trasse östlich an der Ihlenfelder Vorstadt vorbeiführen. Nun endet sie am Knotenpunkt Sponholzer Straße/Johannesstraße.

Dass die Autos möglichst zügig zur vierspurigen Demminer Straße geleitet werden können, soll die „Johannesrampe“ gewährleisten. Wie Stadtsprecherin Anett Seidel dem Nordkurier sagte, ist eine Rampe für den Autoverkehr mit einer sogenannten dreiarmigen Kreuzung geplant. Künftig soll es möglich sein, von der Johannesstraße nach rechts und links auf die Demminer Straße abzubiegen sowie in Gegenrichtung abzufahren. Hierfür ist eine neue Kreuzung mitsamt Ampelanlage notwendig. Derzeit gibt es nur eine Fußgängertreppe. Der Parkplatz, der anstelle der Kaufhalle entstand, wird zurückgebaut.

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Kommentare (3)

Der vorgeschlagene Kreuzungswahn ist der Irrsinn des Jahres. Was bewegt die Planer solche absurden Gedankenspiele öffentlich zu verbreiten? Eine Kreuzung an dieser Stelle provoziert den perfekten Stau falls der Ring wieder einml verstopft ist, was bei der Qualität der Baumaßnahmen in einigen Jahren wieder zu erwarten ist. Der Rückstau gen Norden ist nicht kalkulierbar. Warum gibt es nicht eine einfache einspurige Rampe und die Kreuzung am Terrabaltichaus entfällt, fließender Eingliederungsverkehr wird gewährleistet. Die Benutzer der Terrabaltikreuzung können 100 m weiter auch abbiegen und ihre Richtung frei wählen. Von Norden würde an der anderen Seite der Brücke ebenfalls eine einspurige Abfahrt gemacht die gleich hinter der Brückenunterführung auf die neue Entlastungstraße führen könnte. Wozu muss ich nach links dann auf der neuen Kreuzung abbiegen? Wer in die Stadt möchte kann dies auch an der Kreuzung Oststadt tun, bzw. von der Stadt in Richtung Oststadt. Die geplante Kreuzung ist Fehlplanung in hohen Maße ! Hoffentlich ersetzt man mal die unklugen Köpfe durch geeignetes Personal aus dem Arbeitsmarkt.

Haben wir nicht schon genug davon?
Man muss die Planer mal fragen, ob sie sich mit Computertechnik auskennen. Kein Navi der Welt wird einen Autofahrer von Süd nach Nord durch Neubrandenburg über die neue Strecke leiten.
Navis arbeiten streng logisch:
Als kürzeste Strecke kommt die Umgehung wohl nicht in Betracht!
Als schnellste Strecke auch nicht, denn den Zeitvorteil den man durch die 80 km/h auf dem Umgehungsfragment erzielt, frisst die langsame Johannesstraße wieder auf.
Und was eine Kombination als ökonomisch ergeben soll, bietet sich mangels Alternativen nicht an.
Besser also die Planung für diesen Unsinn stoppen!

Viel schlimmer finde ich Folgendes:
Die neue Teil-Ortsumgehung, eigentlich sollte man hier lieber von Süd-Ost-Tangente sprechen, hat keine Zufahrt für Feuerwehr und Rettungsdienste, die aber unmittelbar neben der neuen Fahrbahn ihre Zentralen haben.
Warum hier keine separate Zufahrt über Schranke oder Ähnliches?
Haben wir keine schnellere Rettung verdient? Hat ein Verantwortlicher geschlafen, Ich will Köpfe rollen sehen und nichtssagende Politiker-Ausreden hören!
Hier bitte mal dranbleiben.

Den letztendlich ist sein bescheuertes Ministerium für den Krux verantwortlich. Man sollte lieber den 2ten Abschnitt der Umgehung bauen. Wenn notwendig auch aus Landes und Kommunalen Mitteln. Das sollte doch wohl von allen zusammen zu meistern sein.