Das Hochhaus-Wandbild „Die Quelle“ prägt das Bild des industriell gefertigten Wohnbaus in der Neustrelitzer S
Das Hochhaus-Wandbild „Die Quelle“ prägt das Bild des industriell gefertigten Wohnbaus in der Neustrelitzer Straße. Ein Teil wird jetzt denkmalschutzgerecht saniert. Bernd Wüstneck
Nicht unbedingt schön, aber ein Abbild ihrer Zeit. Ein weitestgehend erhaltenes Ensemble von Platten-Bauten aus DDR-Zeite
Nicht unbedingt schön, aber ein Abbild ihrer Zeit. Ein weitestgehend erhaltenes Ensemble von Platten-Bauten aus DDR-Zeiten in der Neustrelitzer Straße wird nun teilweise modernisiert. Bernd Wüstneck
DDR-Relikte

Millionen-Sanierung der denkmalgeschützten Plattenbauten in Neubrandenburg

Die Neubrandenburger Neuwoba will in den kommenden Jahren jeweils eines der denkmalgeschützten Hochhäuser in der Neustrelitzer Straße modernisieren.
Neubrandenburg

Ein Teil der denkmalgeschützten DDR-Plattenbauten in der Neustrelitzer Straße in Neubrandenburg wird in den kommenden Jahren modernisiert. Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) überreichte am Mittwoch symbolisch die Baugenehmigung an René Gansewig, Vorstandsprecher der Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft (Neuwoba). Der Genossenschaft gehört mit 614 Wohnungen in etwa die Hälfte des Ensembles, das von 1980 bis 1985 in der damals schnell wachsenden Bezirksstadt Neubrandenburg errichtet wurde. Die andere Hälfte befindet sich in Besitz der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges).

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Denkmalschutz war ein „Schock”

Die Gesamtanlage steht auf Betreiben der Stadt seit gut zwei Jahren unter Denkmalschutz, was bei den beiden großen Neubrandenburger Vermietern zunächst nicht gerade für Freudensprünge und für neue Herausforderung bei der Sanierung sorgte. „Die Unterschutzstellung war für uns schon ein Schock“, gab René Gansewig zu bedenken. Das Unternehmen hatte seine Sanierungspläne schon fertig. Die Überarbeitung habe zwei Jahre gedauert. OB Witt räumte selbstkritisch zur Kommunikation ein, „heute würden wir das anders machen“. Zum Denkmal-Status generell steht er aber: „Wir bewahren etwas für die nächste Generation, die soll dann darüber entscheiden.“

Exemplarisches Ensemble

Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege hatte den Denkmal-Status für den Komplex Neustrelitzer Straße 49 bis 109 sowie Geschwister-Scholl-Straße 1a der Wohnungsbauserie (WBS) 70 damit begründet, dass die weitgehend unverändert erhaltene Anlage von Elf- bis Vierzehngeschossern samt Kaufhalle und Kindereinrichtung exemplarisch ist für die Bauweise in den letzten beiden Jahrzehnten der DDR.

Kunstwerke sollen bleiben

Den Fokus der Modernisierung legt die Neuwoba in Abstimmung mit den Behörden neben der Denkmalpflege der Fassaden und Außenanlagen auf eine energetische Sanierung. Entgegen der ursprünglichen Planung sollen die großflächigen Kunstwerke, die bei vier Hochhäusern die Giebel zieren, nicht mit Wärmedämmung verdeckt werden. Stattdessen würden die Fugen anders saniert und die Platten mit einer besonderen Methode widerstandsfähiger gegen Wasser gemacht. Die Kosten für die Sanierung „pro Hausnummer“ bezifferte René Gasewig auf 3,4 bis 4 Millionen Euro, sodass am Ende eine Summe von rund 36 Millionen Euro stehe. Nachdem 2021 bereits mit einem angefangen worden sei, solle nun jedes Jahr ein weiteres Gebäude folgen.

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