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Miniaturwelt lockt jetzt wieder die Besucher

Heimatchronist Wolfgang Fuhrmann (Dritter von links) brachte zur Wiedereröffnung des Tützpatzer Dorfmodellmuseums Lagepläne der Demminer und Altentreptower Kleinbahnhöfe mit. Architekt Claus Carstens (rechts daneben) will sich zukünftig auch dem Kleinbahnsystem widmen.[KT_CREDIT] FOTO: Karl-Heinz Engel

Von unserem MitarbeiterKarl-Heinz EngelDie Dorfmodellausstellung in der Waldstraße hat seit Sonnabend geöffnet. Das Ehepaar Carstens baut weiter an Orten ...

Von unserem Mitarbeiter
Karl-Heinz Engel

Die Dorfmodellausstellung in der Waldstraße hat seit Sonnabend geöffnet. Das Ehepaar Carstens baut weiter an Orten und Landschaften.

Tützpatz.Äußerlich verrät die unauffällige Baracke in der Tützpatzer Waldstraße rein gar nichts. Innen aber atmet alles pure Lokalgeschichte. Historische Bebauungspläne und kolorierte Grafiken von Kirchen und Gutshäusern schmücken die Wände. Es riecht nach Leim, Pappe, Holz und anderem Bastelmaterial.
Im Ausstellungsraum breitet sich zum Erstaunen der Besucher Japzow im Miniaturformat aus. Japzow, wie es Ende der 1930-er Jahre angelegt war. Gegenüber erstreckt sich Tützpatz, halb fertig erst, doch schon deutlich zu erkennen mit der Schlossfassade und den Speichern und Wirtschaftsgebäuden. Es ist das Werk von Hildburg und Claus Carstens. Seit kurzem werkeln sie wieder daran.

Hamburgerin kennt
alle Namen und Ortsdaten
Das Rentnerpaar befasst sich seit einigen Jahren mit der Bewahrung der Lokalgeschichte. Die drückt sich bei ihnen in der originalgetreuen Darstellung der Dörfer aus. Die haben sich verändert, nimmt man Japzow mit seinen einst über 300 Einwohnern und den properen Bauerngehöften. 13 Handwerker und Geschäftsleute hatten vor dem Zweiten Weltkrieg ihr Auskommen.
Die 78-jährige Hildburg Carstens verbrachte dort einige Jahre ihrer Kindheit bei den Großeltern, der Gastwirtsfamilie Wilhelm Schröder. Die Hamburgerin kennt alle Namen und Ortsdaten und kann viele Episoden aus der alten Zeit beisteuern. Ihr Mann, der Architekt, versteht es, das Erzählte unter Zuhilfenahme historischer Lagepläne und Ansichten räumlich umzusetzen. Auch bei Tützpatz gelingt ihm das. Bürgermeister Gunter Bilinksi stellte alte Planungsunterlagen zur Verfügung.
Am Sonnabend sahen sich einige Geschichtsfreunde den Fortgang der Arbeiten an. Heimatchronist Wolfgang Fuhrmann kam nicht mit leeren Händen. Er hatte sich im Pommerschen Landesarchiv Greifswald Pläne von den Kleinbahnhöfen in Altentreptow und Demmin anfertigen lassen und übergab sie Claus Carstens. Das Kleinbahnnetz ist nämlich ebenfalls Bestandteil seiner Modellbauvorhaben.
Tützpatzer Schulkinder helfen indes, so häufig es geht. Acht bis zehn Kinder machten den festen Kern aus, insgesamt aber seien es 25. Jan-Roman Wegener aus der 9b verfolgte bei der Eröffnung aufmerksam die Gespräche. Auch der noch sehr viel jüngere Robert Schulz spitzte die Ohren. Wolfgang Fuhrmann plant demnächst eine Exkursion zur Kleinbahnbrücke in Gehmkow. Die Schulkinder sollen dabei die Brücke im Detail vermessen. Fuhrmann will auf die Weise das heimatgeschichtliche Interesse stärken.
„Das ist sehr in unserem Sinn“, meint Hildburg Carstens. Sie und ihr Mann hoffen, dass Schulklassen die Dorfmodellausstellung häufiger für den Sachkunde-Unterricht nutzen. Geöffnet ist sonnabends und sonntags von 11 bis 19 Uhr. „Wer Lust hat, kann aber auch werktags reinschauen, so wir hier sind“, erklärt Claus Carstens.

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red-altentreptow@nordkurier.de