Geldtopf für "Verstärkung" auf Bauernhöfen

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Modellprojekt mit 80 Arbeitslosen gestartet

Gerhard Radloff aus Siedenbollentin ist zufrieden. Er hat für seinen Marktfruchtbetrieb mit Mutterkuhhaltung in Kölln bei Altentreptow einen guten Mitarbeiter gefunden.

Gerhard Radloff aus Siedenbollentin ist zufrieden. Er hat für seinen Marktfruchtbetrieb mit Mutterkuhhaltung in Kölln bei Altentreptow einen guten Mitarbeiter gefunden. Einen fleißigen vor allem, da ist er sich ganz sicher. Er kennt seinen neuen Mann, Holger Sichau, nämlich schon lange. Weil der in Kölln wohnt und auf Radloffs Hof schon oft Praktika gemacht, am Wochenende mal mit anpackt hat. Auch während der Zeit beim Bund, die für Sichau gerade zu Ende ging. So einen kann Radloff gut gebrauchen, deshalb kam ihm die neue Job-Initiative in seinem Heimatkreis Demmin gerade recht. Der Bauernverband, von dem die Idee mit entwickelt wurde, hatte über das Projekt zur Förderung des Einstiegs von 80 Arbeitslosen in die Landwirtschaft informiert. 75 Prozent der Kosten für die Neueinstellung trägt das Arbeitsamt,25 Prozent der Landwirt selbst. Das heißt nach Angaben des Schweriner Agrarministers Till Backhaus (SPD) in der Regel: Der Arbeitgeber bekommt vom Arbeitsamt 1000 Euro für die neue Stelle dazu. Diese Förderung sei auf drei Jahre begrenzt. Der Arbeitsplatz solle aber auf Dauer geschaffen werden, wie Backhaus gestern beim Projektstart in Adamshof betonte.  "Nachwuchs gebraucht" Bauer Radloff hat sowieso die feste Absicht, Holger Sichau nach der geförderten Zeit weiter zu beschäftigen. "Meine drei Mitarbeiter sind nicht mehr die Jüngsten. Ich brauche also guten Nachwuchs im Betrieb", sagt er. Der 21-jährige Sichau habe eine solide Ausbildung als Mechaniker für Landmaschinen. An den Ackerbau werde er ihn heranführen, auch dafür biete das Projekt gute Möglichkeit. Außerhalb der Saisonzeiten sind für die geförderten Arbeitskräfte nämlich Weiterbildungskurse vorgesehen. Die dritte "Säule" des Projektes " Betriebe, die die Förderung in Anspruch nehmen, müssen zusätzliche Aufgaben in der Umweltpflege der Region übernehmen, " bereitet Radloff ebenfalls kein Kopfzerbrechen. "Wenn Dreckecken im Ort beseitigt werden, Bäume auszuästen sind oder an den Wegbegrenzungen etwas zu tun ist, sind wir sowieso dabei", meint der Landwirt. Im Adamshofer Agrarbetrieb, den der 25-jährige Markus Asbrock leitet, wird ab April ebenfalls ein neuer, geförderter Mitarbeiter beginnen. "Schließlich werden meine Eltern, die auf dem Hof mitarbeiten, nicht jünger", sagt Asbrock. "Wir bewirtschaften inzwischen 300 Hektar Land und haben 90 Milchkühe im Stall. Da gibt es eine Menge Arbeit, aber ohne die Förderung könnten wir uns die Verstärkung finanziell nicht leisten." Der Neue, sein 24-jähriger Cousin Tilo Asbrock aus Tützpatz, wird beim Melken und bei der Feldbestellung gleich voll einsteigen. Außerdem steht für ihn ein Mähdrescher-Lehrgang auf dem Programm.