MESSER-ATTACKE

Mordprozess in Neubrandenburg mit Geständnis eröffnet

Der Mann, dem vorgeworfen wird, zwei Menschen lebensgefährlich verletzt zu haben, wirft selbst in der Verhandlung seinen Opfern noch "Ehrlosigkeit" vor. Schließlich, so meint er, spanne nicht ein Türke dem anderen die Frau aus. Aber seine Warnungen seien schließlich ungehört geblieben.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Der Angeklagte (Mitte), links neben ihm Verteidiger Marjo Hoeveler und rechts der Dolmetscher Engin Gündüz am Dienstag im Neubrandenburger Landgericht
Der Angeklagte (Mitte), links neben ihm Verteidiger Marjo Hoeveler und rechts der Dolmetscher Engin Gündüz am Dienstag im Neubrandenburger Landgericht Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

 

Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Dienstag in Neubrandenburg der Prozess gegen einen 29-jährigen Türken begonnen, dem die Staatsanwaltschaft zweifachen versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vorwirft. Der Mann soll, so der Vorwurf, am Abend des 18. Mai, seine Ex-Freundin und einen Begleiter mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Als Tatmotiv hat die Staatsanwaltschaft Eifersucht genannt.

Der Angeklagte, der im Dezember 2016 nach Deutschland gekommen ist, macht keinen Hehl aus seinen Taten. Schließlich, so sagt er, habe er seine ehemalige Freundin "abgöttisch" geliebt, sogar von Heiratsplänen war schon die Rede. Auch die Ringe lagen bereit, als nach einem halben Jahr im Februar die Beziehung ein jähes Ende fand. Schuld daran, die die Überzeugung des Angeklagten, ein Bekannter. Der Mann, der ebenfalls aus der Türkei stammt, aber seit gut 20 Jahren in Neubrandenburg lebt, bestreitet indes eine intime Beziehung zu der Neubrandenburgerin.

Über das Ende der Beziehung ist der Angeklagte nie hinweggekommen. Zunächst, gibt er freimütig zu, habe er sie heiraten wollen, um schneller und sicherer an seine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland heran zu kommen. Dann sei aber aus der Zweckbeziehung Liebe erwachsen. Und dies, legt er sich immer wieder fest, habe auch der Bekannte - das spätere Opfer - gewusst. "Wir kommen beide aus der Türkei, unsere Eltern stammen sogar aus dem gleichen Dorf. Das macht man nicht. Kein Türke spannt dem anderen die Frau aus. Außerdem sind wir sogar entfernt verwandt." Das bestreitet der 31-Jährige, der bei der Attacke lebensgefährlich am Hals verletzt wurde, vehement. "Überhaupt nicht verwandt." Aber nicht nur deshalb könne dem Angreifer nicht verzeihen. "Wir hätten beide tot sein können", sagt der dem Nordkurier draußen vor dem Gericht.

Der Angeklagte, dessen Asylantrag abgelehnt wurde, wirft beiden "Ehrlosigkeit" vor. In Nachrichten per Handy hat er schon Wochen vor der Tat dem 31-Jährigen gedroht: "Ich warne dich, was du machst, hat ernste Konsequenzen", zitiert ein Zeuge am Dienstag vor dem Landgericht aus dem Gedächtnis, "Nicht nur du, sondern auch alle deine Verwandten werden das zu spüren bekommen." Der Zeuge, Betreiber eines Dönerladens in der Neubrandenburger Oststadt, berichtet von der Angst des späteren Opfers. Die habe der aber nicht zeigen wollen.

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage von einer verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten zur Tatzeit aus.

Die Verhandlung wird am Mittwoch um 11 Uhr fortgesetzt.

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Kommentare (2)

- nur zurueck in sein Dorf auf Lebenszeit zum Ziegen hueten

- bitte schickt ihn auf Lebenszeit zurueck in sein Dorf dort kann er Ziegen hueten und zur Vernunft kommen