LANDGERICHT NEUBRANDENBURG

Mordprozess um Leonie geht mit Zeugenanhörungen weiter

Im Prozess gegen David H. werden am Freitag mehrere Zeugen gehört. Von ihnen erhofft sich das Gericht Angaben über die Verhältnisse in der Torgelower Familie.
dpa
Leonies leiblicher Vater am dritten Verhandlungstag in Neubrandenburg.
Leonies leiblicher Vater am dritten Verhandlungstag in Neubrandenburg. Andreas Becker
Am Landgericht Neubrandenburg wird am Freitag der Prozess um den Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow fortgesetzt.
Am Landgericht Neubrandenburg wird am Freitag der Prozess um den Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow fortgesetzt. Bernd Wüstneck
Rettungskräfte hatten Leonie am 12. Januar abends leblos in ihrem Bett gefunden.
Rettungskräfte hatten Leonie am 12. Januar abends leblos in ihrem Bett gefunden. Stefan Sauer
Neubrandenburg.

Am Landgericht Neubrandenburg wird am Freitag der Mord-Prozess um den Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) fortgesetzt. Die Schwurgerichtskammer hat weitere Zeugen geladen, darunter einen Nachbarn der Familie und eine Erzieherin aus der Kindertagesstätte, in die das Mädchen gegangen war. Von ihnen erhofft sich das Gericht Angaben über den Umgang mit den Kindern in der Familie und das Verhältnis des Stiefvaters zur Mutter. Dem 28-jährigen Stiefvater des Mädchens wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen.

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Rettungskräfte hatten Leonie am 12. Januar abends leblos in ihrem Bett in der Wohnung der fünfköpfigen Familie gefunden. Sie war nach Ansicht der Mediziner aber schon Stunden vor dem Notruf des Stiefvaters tot. Der Angeklagte hatte angegeben, dass Leonie nachmittags eine Treppe im Hausflur hinuntergestürzt sein soll. Er hatte die Retter aber erst rund viereinhalb Stunden nach dem angeblichen Sturz gerufen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Retter nicht früher geholt zu haben, um die Misshandlungen zu verdecken.

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Vor Gericht machte der Stiefvater bisher keine Angaben dazu, will aber Ende Oktober aussagen. Gegen die Mutter wird wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen ermittelt, da sie keine Hilfe geholt habe. Sie soll im Oktober als Zeugin im Mordprozess aussagen.

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