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Motzende Jugendtruppe vergrault die Kunden

Ulrich Sczepanski vertritt die Interessen der Centerinhaber in Friedland. Er hat seit einiger Zeit Probleme mit randalierenden und pöbelnden Jugendlichen.

Ulrich Sczepanski ist sauer. Nicht nur er. Auch die Geschäftsleute im Friedländer Stadt-Center sind es leid. Seit längerer Zeit haben einige Jugendliche ...

Ulrich Sczepanski ist sauer. Nicht nur er. Auch die Geschäftsleute im Friedländer Stadt-Center sind es leid. Seit längerer Zeit haben einige Jugendliche die Passage im Center besonders bei schlechtem Wetter für ihre Zwecke ausgewählt. Dass Ballspielen und Radfahren laut Hausordnung im Center nicht erlaubt ist, schert die Jungen und Mädchen dabei wenig.

„Das verschreckt manche Kunden“, ist sich der Hausverwalter Sczepanski sicher. Ältere Leute haben inzwischen Angst nach 17 Uhr noch im Center ihre Einkäufe zu erledigen. „Die Kunden werden vollgepöbelt, in der Passage wird Ball gespielt und im Winter gab es sogar Schneeballschlachten“, weiß Ulrich Sczepanski zu berichten. „Ein Schneeball flog sogar ins Geschäft“, berichtet eine Verkäuferin. Doch als sie ihren Unmut gegenüber den Jugendlichen zum Ausdruck brachte, erntete sie nur dumme Sprüche. In diesem Fall sollte sie sich nicht aufregen und den Schnee einfach wegwischen, es sei sowieso an der Zeit zum Saubermachen. „Eine Frechheit.“

Blumen gekappt, Türen und Klingeln kaputt, Schmierereien

„Ein reibungsloser Ablauf liegt uns am Herzen“, betont Ulrich Sczepanski. Doch die Einrichtung sei inzwischen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Feuerlöschkasten ist beschmiert. Die automatische Eingangstür klemmt, weil sich gern dagegen geschmissen wird. Vorm Center wurden bereits Blumen gekappt, Klingelknöpfe mussten innerhalb kürzester Zeit dreimal ausgewechselt werden.

Zudem bellen Hunde manchmal stundenlang vorm Center. Schlimm wird es, wenn so genannte Kampfhunde am Fahrradständer festgebunden werden und der nächste sich nicht traut, sein Fahrrad anzuschließen. Die Hausordnung ist an beiden Eingängen unübersehbar lesbar angebracht. Aber daran halten sich die pöbelnden Jugendlichen nicht.

Die Polizei hat Ulrich Sczepanski bereits über die Probleme informiert. Bisher ohne Ergebnis. Der Hausverwalter erhofft sich von den Ordnungshütern, dass diese wenigstens die Personalien der Jugendlichen feststellen, damit er ein Hausverbot aussprechen kann. Das ist bisher nicht passiert. Friedlands Polizeirevierleiter Klaus Bollmann empfiehlt in solchen Fällen immer über die 110 die Polizei zu informieren. Durch die Leitstelle könne dann ein entsprechender Einsatz organisiert werden. Auch die Gewerbetreibenden sollten davon bei Bedarf Gebrauch machen. Nur so können die Ordnungshüter aktiv werden.Als Hausherr habe der Verwalter zudem das Recht, die Leute vor die Tür zu setzen.

Privater Sicherheitsdienst ist zu teuer

Ulrich Sczepanski ist Rentner und vertritt die Besitzer als Hausverwalter.Er hofft indes, dass das Wetter schön bleibt, so dass die ungeliebte Truppe dem Center fernbleibt. „Wir möchten unseren Kunden ein sauberes und sicheres Einkaufszentrum bieten.“ Über einen privaten Sicherheitsdienst sei bereits nachgedacht worden, komme für die Center-Besitzer jedoch nicht in Frage. Das sei zu teuer. Das Stadt-Center ist vor einigen Jahren an ein irisches Konsortium verkauft worden. Einen Ansprechpartner gibt es in Berlin.