Wohnwagen angezündet

Mutmaßlicher Brandstifter ist vorbestraft

Eine Brandserie sorgte in Neubrandenburg für Angst und Schrecken. Der gefasste Tatverdächtige ist kein Unbekannter. Dennoch blieb er auf freiem Fuß.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Dass den drei Insassen des Wohnwagens nichts Schlimmeres passiert ist, verdanken sie einem aufmerksamen Zeugen, der sie
Dass den drei Insassen des Wohnwagens nichts Schlimmeres passiert ist, verdanken sie einem aufmerksamen Zeugen, der sie rechtzeitig weckte. Felix Gadewolz
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Neubrandenburg.

Der nach drei Brandanschlägen in Neubrandenburg festgenommene Tatverdächtige ist bei der Polizei kein Unbekannter. Wie die Polizei dem Nordkurier auf Anfrage mitteilte, ist der 23-Jährige vorbestraft – wegen Betrugs, Diebstahls, Beleidigung und Körperverletzung. Auf Verwunderung stieß die Tatsache, dass trotz der Gefährdung von drei Menschenleben lediglich wegen schwerer Brandstiftung sowie nach dem Fund von Drogen auch wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt wird. Zu den Gründen für die Entscheidung der Staatsanwaltschaft konnte die Ermittlungsbehörde am Dienstag „aus Urlaubsgründen“ keine Angaben machen. Der Vorgang liege im System auch noch nicht vor, hieß es.

Brennender Wohnwagen mit Kindern

Der junge Mann war in der Nacht zu Montag festgenommen worden, nach einer Befragung sowie einer erkennungsdienstlichen Behandlung kam er aber wieder auf freien Fuß. Bei der Anzeigenaufnahme hatten die Beamten des Neubrandenburger Polizeihauptreviers den 23-Jährigen bemerkt, der an allen drei Tatorten zugegen war, sich auffällig verhielt und vor allem Gegenstände bei sich trug, „welche zum Legen der Brände geeignet sind“. Daraufhin wurde er festgenommen.

Beinahe wäre es bei den Taten, die auf das Konto des Verdächtigen gehen sollen, nicht beim Sachschaden geblieben. In dem Wohnwagen, der auf einem Parkplatz am Reitbahnsee Ziel eines der Anschläge wurde, schliefen zum Tatzeitpunkt ein Erwachsener sowie ein Jugendlicher und ein Kind. Vermutlich nur dank eines aufmerksamen Spaziergängers, der Alarm schlug und die Schlafenden weckte, konnte Schlimmeres verhindert werden. Neben dem Wohnwagen wurden eine leer stehende Gartenlaube sowie der bei den Neubrandenburgern zum Büchertausch beliebte Bücherbaum angesteckt.

Stadt verurteilt nur Anschlag auf Bücherbaum

Die Stadt Neubrandenburg bezeichnete den Anschlag auf den Bücherbaum als eine „Schande“. Wegen der Zerstörung städtischen Eigentums habe man sich hierzu geäußert, sagte ein Sprecher. „Alles andere kommentieren wir nicht.“

Deutlichere Worte kamen aus der CDU-Fraktion in der Stadtvertretung: „Wir sind über die Vorkommnisse am Reitbahnsee erschüttert und entsetzt. Eine Tat wie diese ist keinesfalls zu verharmlosen, da der Täter oder die Täterin es in Kauf genommen hat, Menschenleben aufs Spiel zu setzen“, so die Stadtvertreter und JU-Mitglieder Steven Giermann und Björn Bromberger.

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Kommentare (3)

Achtung, Achtung : Keine Beleidigungen schreiben NK löscht alles

Ist doch richtig so, dass der Nordkurier Beleidigungen löscht. Schön wäre es, wenn alle Beleidigungen gelöscht werden und nicht nur die, indem man Diebe, Messerstecher und Vergewaltiger als Pack bezeichnet.

Einen schönen und erholsamen Urlaub der Staatsanwaltschaft und den Ermittlungsbehörden.