FOLTER-TOD IN ALT REHSE

Mutmaßlicher Peiniger von Sarah H. vor Gericht

Im Fall der getöteten Sarah H. aus Alt Rehse beginnt am Dienstag am Landgericht Neubrandenburg der dritte Prozess. Dabei werden nicht nur Zeugen gehört werden.
Carina Göls Carina Göls
Im März 2017 war der Angeklagte vom Schwurgericht Neubrandenburg zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden.
Im März 2017 war der Angeklagte vom Schwurgericht Neubrandenburg zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Bernd Wüstneck
Im Oktober 2017 hatte der Bundesgerichtshof das Urteil wieder kassiert.
Im Oktober 2017 hatte der Bundesgerichtshof das Urteil wieder kassiert. Carina Göls
Alt Rehse.

Es geht weiter. Im Prozess gegen einen Mann, der seine Lebensgefährtin in Alt Rehse getötet haben soll, beginnt am Dienstag vor dem Landgericht Neubrandenburg die neue und nunmehr dritte Hauptverhandlung. Es werden neben einem breiten Medienaufgebot auch wieder zahlreiche Zuschauer erwartet.

Bereits im März 2017 war der Mann vom Schwurgericht Neubrandenburg der Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit Freiheitsberaubung mit Todesfolge schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil im Oktober 2017 nach einer Revision des Angeklagten aufgehoben und die Sache zu neuer Verhandlung an das Landgericht Neubrandenburg zurückverwiesen. „Die Revision des Nebenklägers, die auf einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung abgezielt hatte, ist damit verworfen worden“, erklärte Landgerichtssprecher Christian Weidlich.

Mutmaßlicher Täter in JVA Bützow

Für den dritten Prozess sind zunächst 28 Sitzungstage bis einschließlich 4. Juni festgelegt worden. Die Kammer beabsichtigt, neben zwei forensisch-psychiatrischen Sachverständigen und einem Rechtsmediziner zahlreiche Zeugen zu vernehmen. Der mutmaßliche Täter sitzt laut Christian Weidlich in der JVA Bützow.

Der Beschuldigte soll im Sommer 2016 im Haus „Rethra“ in Alt Rehse bei Neubrandenburg zwei Stunden lang mit einer Lederpeitsche auf die nackte gefesselte Sarah H. eingedroschen und ihr etwas zu Trinken verweigert haben. Danach soll er die junge Frau laut Staatsanwaltschaft weiter gefesselt liegen gelassen haben. Sie litt an Hunger und Durst und starb später. In Plastiksäcke gewickelt, soll der Inhaftierte die Tote mehrere Wochen in seinem Haus aufbewahrt haben.

Polizisten hatten die stark verweste Leiche der 32-Jährigen im Haus des Tatverdächtigen gefunden – nachdem sich Nachbarn zum wiederholten Mal wegen Lärmbelästigung beklagt hatten. Der Fall hatte bundesweit großes öffentliches Interesse ausgelöst – nicht zuletzt, weil Sarah H. seit ihrem Auftritt in der TV-Kuppelshow „Schwer verliebt“ in die Schlagzeilen geraten war.

zur Homepage